Mittwoch, 1. Oktober 2003

Sturm-Fans? 'Mordanschlag' auf Mattersburg-Trainer!

  • NEWS: Sturm-Boss Kartnig spricht erstmals von Rücktritt
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Trotz allen Jubels über den 2:1-Derbysieg am Mittwoch gegen den GAK denkt Sturm-Graz-Präsident Hannes Kartnig an einen Rückzug aus dem Fußball. Allerdings nicht aus sportlichen Gründen: "Die Fans in Österreich werden immer bösartiger. Fußball ist immer noch Sport und nicht Krieg!" Auslöser ist ein Anschlag auf Mattersburg-Trainer Grgoritsch!

Wie weit die Dummheit der Fans gehen kann, erlebte Mattersburg- Trainer Werner Gregoritsch am eigenen Leib. Denn im Rahmen des Auswärtsspiels der Burgenländer am vergangenen Samstag in Graz gegen Sturm wurden dem Steirer die Radmuttern gelockert, Gregoritsch kam auf der Autobahn allerdings mit dem Schrecken davon.

"In Wahrheit war das ein Mordanschlag eines Psychopathen", erklärte Gregoritsch, der Anzeige bei der Polizei erstatten wird. Dem Mattersburg-Coach brach auf der Autobahn ein Reifen, zum Glück hatte Gregoritsch auf Grund verdächtiger Geräusche bereits zuvor die Geschwindigkeit reduziert und den Wagen Richtung Pannenstreifen gelenkt. Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei bestätigte danach, dass die Radmuttern gelockert worden sind.

Für Sturm-Boss Kartnig hat sich der Spaß längst aufgehört. "Weil es so lustig ist, werden Hetzkampagnen gegen Spieler, Trainer und Funktionäre veranstaltet. Wir sind nicht Freiwild für solche kleinen Würsteln, die glauben, sie können über die Klubs entscheiden. Wenn das so weitergeht, bin ich der Erste, der sagt, das war es", meinte Kartnig, der vor allem die österreichischen Medien und die Polizei in die Verantwortung nimmt.

Aber auch seine Liga-Kollegen: "Leider haben wir so schwache Präsidenten in der Liga. Mit diesen radikalen Gruppen muss man Schlittenfahren, die müssen aus den Stadien rausgesperrt werden."

Rücktrittsdrohung in NEWS
In einem Interview in der aktuellen Ausgabe von NEWS spricht der von seiner Mannschaft schwer enttäuschte Sturm-Boß Hannes Kartnig erstmals offen von Rücktritt. In Anspielung auf die schlechte sportliche und finanzielle Lage des Klubs sagt Kartnig: "Ich brauch' mich mit dem Ganzen nicht mehr ärgern. Ich hör' auf und schenk‘ denen von mir aus das Geld. Ich sag' Tschüß, - soll sich doch ein anderer ärgern."

Nachdem Kartnig zuletzt sogar die Gagen seiner Spieler gekürzt hat, wütet er nun in Richtung der Regierung. Es geht ihn dabei um das herrschende Arbeitsgesetz, das er auf Fußballer nicht angewendet haben will. Kartnig: "Ich versteh' nicht, warum man auf die 200 Fußballer, die bei uns herumrennen, so eine Rücksicht nimmt. Das sind doch keine Wunderkicker, die weltweit etwas bewegen können." Und Kartnig weiter, polemisierend: "Sie gehören aus dem Arbeitsverhältnis ausgegliedert und als freischaffende Künstler eingestuft. Dann schaut’s anders aus."

(apa/red/NEWS)

Das Interview in voller Länge lesen Sie in der aktuellen Ausgabe von NEWS!

1.10.2003 13:27