Samstag, 4. Oktober 2003

Procter & Gamble bekräftigt Interesse an Beiersdorf

  • US-Konzern ist an Einstieg bei Hamburger Kosmetikkonzern interessiert

Der Vorstandschef des amerikanischen Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble (P&G) , Alan Lafley, hat sein Interesse an einem Einstieg bei dem Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf bekräftigt. "Natürlich sind wir immer an Unternehmen und Marken interessiert, die unser Kerngeschäft berühren oder ergänzen würden", sagte Lafley in einem am Samstag vorab veröffentlichten Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Beiersdorf sei "sehr attraktiv". Er sei sich allerdings nicht sicher, ob das Unternehmen tatsächlich zum Verkauf stehe.

Beiersdorf gilt seit längerem als Übernahmekandidat und P&G wird bereits seit längerem Interesse nachgesagt. In Medienberichten hatte es unter anderm geheißen, P&G verhandele mit dem Allfinanzkonzern Allianz über eine Übernahme von dessen Anteilen an Beiersdorf. Zuletzt hatte es Anfang August aus mit der Situation vertrauten Kreisen geheißen, P&G sei weiterhin an einer Übernahme interessiert. Ein neues Angebot stehe aber nicht unmittelbar bevor.

Immer wieder wurde in jüngster Zeit auch über ein größeres Engagement des ehemaligen Tschibo-Großaktionärs Günter Herz bei Beiersdorf spekuliert. Ende September hatte Herz jedoch mitteilen lassen, er führe keine Verhandlungen über den Anteil der Allianz an dem ertragreichen Nivea-Hersteller. Die Hängepartie um Beiersdorf erregt bereits seit längerem das Missfallen von Konzernchef Rolf Kunisch. Dieser macht bereits schädliche Auswirkungen auf das laufende Geschäft aus.

P&G hatte jüngst den Darmstädter Kosmetikspezialisten Wella für rund sechs Milliarden Euro gekauft. (APA/Red.)

4.10.2003 11:53