Währungsexperten sehen Euro mittelfristig fester
- Optische Euro-Stärke in Wahrheit eine Dollar-Schwäche
- Euro wird bis Mitte 2004 weiter anziehen
Die unterschiedlichen Einschätzungen über die weitere Konjunkturentwicklung in Europa und den USA in der alljährlich erstellten Zins- und Währungsprognose im Rahmen des Finanzsymposiums Alpbach sorgen heuer für abweichende Zukunftsszenarien. Der Euro dürfte nach wechselnder Entwicklung mittelfristig gegenüber dem US-Dollar wieder zulegen, so der mehrheitliche Trend der Einschätzungen.
Einig sind sich die Experten der heuer an der Prognose teilnehmenden sieben Institute darin, dass die optische Euro-Stärke in Wahrheit eine Schwäche des Dollar ist. Im Mittelwert sehen die Institute die Relation Dollar-Euro per Ende Juni 2004 bei 1,1686, wobei die Investkredit mit 1,2500 den oberen Rand der Bandbreite abdeckt. Der Euro sollte sich bis Jahresende 2003 gegenüber dem derzeitigen Stand zunächst leicht abschwächen und sich dann bis Mitte nächsten Jahres wieder erholen.
Grund für den zunächst schwächeren Euro sollte das erwartete stärkere Wachstum der US-Wirtschaft gegenüber der Eurozone sein, die wegen der schwachen Entwicklung der großen Volkswirtschaften und auf Grund von Strukturschwächen hinter den US-Wachstumsraten hinterherhinkt.
Fast einhellig sehen die Analysten die Zinsen zunächst noch unverändert. Weitere Zinssenkungen der tiefen Niveaus in den USA (1,00 Prozent) und Eurozone (2,00 Prozent) sollten noch einige Zeit auf sich warten lassen.
An der traditionellen Alpbacher Zins- und Währungsprognose, die heuer bereits zum 17. Mal im Tiroler Bergdorf Alpbach stattfindet, haben sich in diesem Jahr sieben großteils österreichische Institute beteiligt: Die Raiffeisen Zentralbank (RZB), die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen, die Investkredit Bank, die niederländische ABN Amro, die Österreichischen Volksbanken (ÖVAG), die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA) sowie die Innovest Finanzdienstleistungs-AG. (apa)
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