Freitag, 3. Oktober 2003

Wiener Grundig: Kaum noch Chancen, Maschinen werden versteigert

  • Ab 2. Dezember dreitägige Auktion geplant
  • Geschäft soll rund 10 Mio. Euro bringen

Für die beiden insolventen Wiener Töchter des deutschen Elektronikkonzerns Grundig, gibt es kaum mehr Fortführungschancen. Der Maschinenpart des TV-Gerätewerks Grundig Austria soll nun verkauft bzw. versteigert werden. Ab 2. Dezember sollen in einer dreitägigen Auktion Käufer für die Maschinen des seit Mitte April geschlossenen Werks gesucht werden.

Den Zuschlag für die Abwicklung erhielt der Industrieauktionator Herbert Karner, der bereits bei den Rieseninsolvenzen Konsum und Maculan für die Resteverwertung zuständig war. Er setze vor allem auf Interessenten aus Asien, der Verkauf der Insolvenzmasse soll mindestens zehn Mio. Euro einbringen, heißt es im Bericht des "WirtschaftsBlatts". "Wir versuchen zuerst homogene Produktionseinheiten wie die Kunststofffertigung zu verkaufen, weil das mehr Geld bringt", zitiert die Zeitung Karner. "Es ist ein lukrativer Auftrag bei Kenntnis aller Schwierigkeiten." Das Auktionshaus kassiert vom Verkaufspreis einen Aufschlag von 15 Prozent, den die Käufer zahlen.

Das Grundig-Werk in Wien-Meidling hatte eine Jahreskapazität von 2,5 Mio. TV-Geräten. Dass das gesamte Werk schon beim Freihandverkauf an den Mann gebracht wird, damit rechne der Auktionsspezialist aber nicht: "Wir gehen davon aus, dass einiges übrig bleibt." Die Maschinen, die bis Mitte November noch keinen Käufer gefunden haben, sollen ab 4. Dezember in einer dreitätigen Versteigerung unter den Hammer kommen. Das Grundig-Werk umfasst insgesamt 3.000 Maschinen und Objekte.

Über das österreichische TV-Gerätewerk Grundig Austria und die Grundig VertriebsgmbH wurde Anfang Mai der Ausgleich eröffnet. Grundig ist mit Passiva von 154 Mio. Euro bis jetzt der größte Konkursfall Österreichs in diesem Jahr. (apa/red)

3.10.2003 12:12