Der Macho-Manager: FORMAT über Augarten-Käufer Erhard Grossnigg
- Grossnigg gilt als bester Sanierer Österreichs
Augarten-Käufer Erhard Grossnigg gilt als Österreichs bester Sanierer. Er jobbt, wenn andere schlafen, oder lässt sich von Nato-Hubschraubern retten. In der aktuellen Ausgabe von FORMAT wird dem Geheimnis seines Erfolges auf den Grund gegangen.
Wäre es nach Erhard Grossnigg, 57, gegangen, hätte die Versteigerung von Augarten-Porzellan am 24. September keine 18 Stunden gedauert. Die meiste Zeit im Verhandlungsmarathon verging damit, dass die anderen Bietergruppen damit beschäftigt waren, ihre Liquidität nachzuweisen. Grossnigg segelte derweil mit seinem besten Freund Walter Steindl, einem der ältesten Unternehmer im Wiener Prater, in der Ägäis herum.
Als alter Hase bei Sanierungen hatte Grossnigg vorgebaut und seine Verhandler mit zehn Bankgarantien à 120.000 Euro ausgestattet. Gegen vier Uhr morgens war das Bietergefecht zu Ende, und Grossnigg bekam Augarten um 3,8 Millionen Euro. Der neue Porzellanchef erfuhr von seinem Glück allerdings erst am nächsten Morgen - und zeigte sich völlig emotionslos: "Das ist nichts Besonderes. Augarten ist, gemessen am Umsatz, ein kleiner Betrieb."
Fanatiker, Irrer, Idealist
Seine Freunde bezeichnen ihn als "Fanatiker", nennen ihn einen "Irren" oder einen "Idealisten", was seine Arbeit betrifft. Die Liste seiner Einsätze als Troubleshooter ist lang: Vor mehr als 20 Jahren verpasste er dem konkursreifen Spanplattenhersteller Funder ein Sanierungskonzept. Es folgten die Dichtungsfirma Economos, die er nach drei Jahren wieder in die schwarzen Zahlen führte, und die Tankstellenkette Avanti. Bei Stiefelkönig ist Grossnigg noch fleißig am Werken, ebenso wie bei Huber Trikot, dem Großküchenhersteller Lohberger, der Kfz-Zubehörkette Forstinger und dem Büromöbelhersteller Neudörfler.
Zuerst alle feuern, dann wieder einstellen
Habe sich "EFG", wie Grossnigg im Bekanntenkreis genannt wird, einmal entschieden, einen Betrieb zu sanieren, gehe es Schlag auf Schlag, erklärt Marketingmanager Andreas Gaiser die Erfolgsstrategie seines langjährigen Freundes: "Er holt sich alle Vollmachten, dann schmeißt er die komplette Mannschaft raus, studiert über das Wochenende die Bilanzen und stellt am nächsten Montag die Leute wieder ein. Im Idealfall beteiligt er sich am Unternehmen."
Positive Bilanz
Freilich hat Grossnigg auch Flops produziert, etwa bei Kneissl, wo er den nachhaltigen Turnaround nicht schaffte. "Per saldo ist seine Bilanz jedoch positiv. Grossnigg ist ein Profi und ein Mann, bei dem man weiß, woran man ist", sagt Rainer Biely, Manager für schwere Fälle bei der Bank Austria. Grossnigg hat aber nicht nur Bewunderer, seine Zielstrebigkeit und Konsequenz werden ihm von manchen auch als übertriebener Ehrgeiz ausgelegt.
Die ganze Story über den Augarten-Käufer lesen Sie im neuen FORMAT!
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