Freitag, 3. Oktober 2003

Wiener Demel nimmt Montag Geschäftsführer-Posten bei Fiat Auto auf

  • Neue Leute: Demel nimmt zwei Magna-Manager mit zu Fiat
  • Wiener Topmanager tritt Posten am 15. November an

Der Wiener Top Manager Herbert Demel wird am kommenden Montag seine Arbeit als Geschäftsführer der Autosparte des Fiat-Konzerns aufnehmen. Dies sagte der bisherige Geschäftsführer des Großunternehmens, Giuseppe Morchio, am Rande der Eröffnung des akademischen Jahres der Universität Turin.

"Demel steht viel Arbeit bevor, aber er wird Gutes leisten", betonte Morchio.

Der Fiat-Geschäftsführer zeigte sich zuversichtlich, dass Fiat im vierten Quartal 2003 Verbesserungen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres bringen wird.

Fiat hofft, heuer die Marktanteile des Vorjahres in Italien (30,2 Prozent) und in Europa (vier Prozent) bewahren zu können. Bis 2006 sollen diese Prozentsätze auf 32,4 Prozent bzw. 4,1 Prozent wachsen. Die Gewinnschwelle soll 2005 erreicht werden, 2006 sollen wieder schwarze Zahlen geschrieben werden.

Neue Leute: Demel nimmt 2 Magna-Leute mit
Herbert Demel will nicht allein nach Turin ziehen. Der bisherige Chef von Magna Steyr will mit zwei seiner engsten Mitarbeiter zu Fiat wechseln. Demel wolle zwei Magna Steyr-Manager mit sich nehmen, die im Konzern für die Produktion und die Planung zuständig sind, berichtete eine Zeitung.

Der Österreicher habe von Fiat freie Hand in der Wahl seiner Mitarbeiter bekommen. Daher könnte es noch zu mehreren Änderungen in der Managementstruktur der Fiat-Autosparte kommen.

Der neue Mann aus Wien
Der Wiener Topmanager Demel muss Fiat-Auto aus der schwersten Krise seiner mehr als 100-jährigen Geschichte holen und dabei auch massiv den Rotstift ansetzen.

Der 49-jährige Demel, bisher Chef von Magna Steyr, rückt damit an die Spitze des angeschlagenen italienischen Autoriesen. Demel ist der erste Ausländer in dieser Führungsposition.

Demel, ein gebürtiger Wiener, hatte 1984 bei Bosch angefangen. 1990 kam er zum deutschen Audi Konzern nach Ingolstadt und wurde dort 1994 Chef. 1997 wechselte er zu VW do Brasil und im Oktober 2002 zu Magna Steyr.

Bei Magna Steyr hatte Demels Aufgabe vornehmlich darin bestanden, die Produktionsraten zu steigern. Ziel war es, der steigenden Nachfrage für Mercedes-Benz und Chrysler- Modelle sowie für den X3-Geländewagen von BMW nachzukommen.
(apa, red)

3.10.2003 08:33