Einzelkämpfer: Sie werden im Handel immer seltener
- Im Lebensmittelhandel praktisch keine Greißler mehr
- Letzte Individualisten unter den Buchhändlern zu finden
Die Zahl der Kaufleute, die ganz auf sich gestellt als Einzelkämpfer ihre meist kleinen Geschäfte führen, wird in Österreich immer kleiner. Im Lebensmittelhandel ist der typische Greißler bereits fast verschwunden, ebenso im Drogerie-Bereich oder auch im Sport- und Elektrohandel.
Die meisten Individualisten unter den Händlern gibt es mit 62 Prozent noch unter den Buchhändlern.
Verhältnismäßig viele unabhängige Geschäftsleute finden sich mit 39 auch noch im Spielwarenhandel, erläuterte RegioPlan-Experte Michael Sinnhuber beim 3. Handelssymposium am Donnerstag in Wien. Sinnhuber geht auch in Zukunft von einem Zuwachs für Ketten, Kooperationen und Franchise-Systeme aus - und von weiteren Rückgängen beim "unternehmergeführten" Handel.
Im Lebensmittelhandel gehören bereits 97,5 Prozent aller Geschäfte zu einer der Ketten und Franchisesysteme oder kooperieren in Einkaufs- oder Marketinggemeinschaften. Im Drogeriebereich sind es 90 Prozent, ebenso im Sportfachhandel, 88 Prozent im Elektrohandel.
"Allianzen sind zwar kein Patentrezept, aber sie erhöhen die Chancen zu überleben", so Sinnhuber. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Einzelkämpfer zusperrt, ist laut RegioPlan-Chef Wolfgang Richter etwa 80 mal höher als bei einer Filiale eines großen Handelskonzerns.
Etwa ein Drittel der der Läden arbeitet schon jetzt unrentable, sprich: erwirtschaftet keinen ausreichenden Unternehmerlohn. Je kleiner das Handelsunternehmen, desto höher die Verluste und desto geringer die Eigenkapitaldeckung, geht auch aus den Zahlen von KMU Forschung Austria hervor.
(apa)
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