Montag, 29. September 2003

Energiemarkt-Öffnung: Liberalisierungsgewinne wurden vom Staat abgeschöpft

  • Haushalte haben kaum profitiert - Netztarife noch immer zu hoch

Zwei Jahre lang ist in Österreich der Strommarkt schon liberalisiert. Ein Jahr ist es beim Gasmarkt. Doch die Bilanz fällt bescheiden aus. Die Haushaltskunden haben kaum profitiert; stattdessen hat Vater Staat die Liberalisierungs-Gewinne durch höhere Energieabgaben und Ökostrom-Förderung abgeschöpft.

E-Control-Chef Walter Boltz zieht eine ernüchternde Bilanz. Auch für heimische Industriebetriebe ist der Strom vielfach teurer als in anderen Ländern. Die Wechselrate hält sich in Österreich mit 3 Prozent bei Strom und gut ein Prozent bei Gas noch in Grenzen. Am Strommarkt gibt es derzeit rund 6.000 Wechsler pro Monat, bei Gas etwa 1.500. Ihren Gasversorger haben im ersten Jahr 10.000 Kunden gewechselt.

Zu hohe Netztarife
Nach wie vor zu hoch seien die Netztarife, sagte Boltz, der den EVU per 1. Oktober die nächste Senkung im Ausmaß von durchschnittlich 4 bis 5 Prozent verordnen will.

Die Reduzierungen werden beträchtlich schwanken und bis zu 8 Prozent ausmachen. Über das genaue Ausmaß entscheidet die E-Control-Kommission, die Verlautbarung ist für Mittwoch geplant.

Danach werde es noch weitere Senkungen geben müssen.
(apa, red)

29.9.2003 14:13