Donnerstag, 2. Oktober 2003

UEFA-CL: Ex-Sturm-Spieler Szabics wurde für ManU zum Albtraum

  • Serie A und Primera Division in Europas Superliga unbesiegt
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Die italienische Serie A und die spanische Primera Division haben an den ersten beiden Spieltagen der Champions League gezeigt, warum sie in der UEFA-Fünfjahreswertung an der Spitze stehen. Sämtliche Vertreter der beiden Top-Nationen des europäischen Vereins-Fußballs sind noch unbesiegt und haben damit beste Karten auf einen Achtelfinal-Einzug. Den emotionalen Höhepunkt der Mittwoch-Partien setzte aber der VfB Stuttgart mit dem 2:1-Heimsieg gegen Manchester United, wobei Ex-Sturm-Angreifer Imre Szabics Mann des Tages war.

Der ungarische Teamspieler, der in Graz im Mai entlassen worden war, machte das 1:0 in Stile eines Klasse-Manns selbst und bereitete das 2:0 durch Kevin Kuranyi mustergültig vor. Dadurch schaffte Szabics gegen ManU auch die persönliche Revanche. Denn am 13. März 2001 hatte er ab der 46. Minute (eingewechselt für Minavand) in Old Trafford zu jener Sturm-Mannschaft gehört, die in der Champions League-Zwischenrunde mit 0:3 abserviert wurde.

Mit Horst Heldt (damals noch nicht in Graz) freute sich ein zweiter ausgemusterter Ex-Sturm-Spieler über den Erfolg: "Wir haben zwei Riesentore gemacht. Manchester hat sich vielleicht gefragt, wer ist eigentlich Stuttgart. Das sind alles sehr gute Fußballer, aber auch sie haben eben nur zwei Beine. Und wenn man doppelt so viel läuft und Einsatz zeigt, hat man auch gegen eine solche Mannschaft eine Chance."

Die englischen Zeitungen gingen mit ihrem Meister hart ins Gericht. "The Independent" skizzierte mit "schwach in der Verteidigung und neutralisiert im Angriff war dies kein Oktoberfest." Noch deutlicher formulierte es der "Daily Telegraph": "Ferguson kocht nach Uniteds Kapitulation. Er lernte auf brutale Art, dass ein künftiger Neuaufbau in der Verteidigung beginnen muss. Als er nach dem Spiel auftauchte, hatte er ein Gesicht, welches vermuten ließ, dass er gerade erst seine Spieler angeschrien hatte."

Besser als ManU und Chelsea (die "Daily Mail" schrieb nach der 0:2-Heimpleite der Star-Truppe gegen Besiktas vom "160-Millionen-Flop") ging es den Klubs aus Italien und Spanien. Nach Inter Mailand und Juventus Turin sind auch AC Milan (0:0 bei Celta Vigo) und Lazio Rom (profitierte beim 2:2 gegen Sparta Prag aber von einem Elfmeter-Geschenk) noch unbesiegt. Die Offensiv-Leistung von Titelverteidiger Milan war für die "Gazetta dello Sport" aber nicht nachvollziehbar: "Ein einziger Schuss aufs Tor. Ancelotti, tu was".

Eine weiße Weste haben auch noch die Vertreter aus "Espana": Neben Deportivo La Coruna, Real Sociedad und Celta hielt Real Madrid mit dem 3:1 beim FC Porto die Bilanz sauber. "Real macht die Blamage vom 0:2 in Valencia vergessen", schrieb "El Mundo" nach dem Auswärtssieg der Königlichen. "Drei Ohrfeigen - und Porto war erledigt", bemerkte "ABC".

Ex-Rapid-Teamchef Lothar Matthäus stieß die Schiedsrichter-Leistung bei der 0:3-Niederlage in Marseille sauer auf. Bevor Didier Drogba mit seinem lupenreinen Hattrick zum Mann des Tages für den Austria-Wien-Bezwinger wurde, griff der Italiener Domenico Messina maßgeblich ins Geschehen ein, als er Partizan-Stürmer Andrija Delibasic nach einem harmlosen Foulspiel und einer Schwalbe mit Gelb-Rot vom Platz stellte. "Er hat Olympique geholfen und mit zweierlei Maß gemessen. Er hat dem Einfluss des Publikums nachgegeben", ereiferte sich Matthäus, während das Blatt "Vecernje novosti" beklagte: "Messina hat gemogelt."

(apa/red)

2.10.2003 14:44