Samstag, 4. Oktober 2003

Nach 2:4-Debakel in Bregenz: Austria-Vizepräsident Rudas stellt bei Austria Tormannfrage

  • Bregenz nur mehr 2 Punkte hinter dem Budget-Krösus der Liga
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Die zwölfte Runde der T-Mobile-Bundesliga wurde am Freitag mit dem 4:2-Heimsieg von SW Bregenz gegen die Austria eröffnet. Die Bilanz nach einem Drittel der Meisterschaft ist vielsagend: Der Fastabsteiger der Vorsaison liegt nun nur mehr zwei Punkte hinter dem Meister. Austria-Vizepräsident Andreas Rudas hat auch bereits einen Schuldigen für die erste Meisterschaftsniederlage seit der Startrunde ausgemacht: "Man muss es einmal klar aussprechen: Die Tormannfrage ist zu stellen."

Teamkeeper Thomas Mandl geriet beim Magna-Mann in Ungnade. "Wir haben in Österreich Tendenzen heilige Kühe aufzubauen. Aber es waren leider wieder mal eindeutige Tormannfehler, so etwas gehört endlich mal gesagt", so die Rudas-Analyse, der am Samstag gegenüber der APA auch von "einer unserer stärksten Mannschafts-Leistungen sprach", obwohl die Austria erstmals seit über zwei Jahren (2:4 gegen den GAK am 23. September 2001) wieder vier Gegentore hinnehmen musste.

Stronach kommt
Festzustellen ist dennoch, dass eben jener Thomas Mandl vor der Partie in Bregenz nur sieben Gegentore hinnehmen musste und damit die mit Abstand wenigsten der ganzen Liga. Rudas ("unglücklicher Spielverlauf und skandalöser Schiedsrichter") war übrigens nicht in Vorarlberg, dafür kehrt Austria-Mäzen Frank Stronach "rund ums Wochenende" (Rudas) nach Österreich zurück.

Wird es Konsequenzen geben?
Es bleibt abzuwarten, ob der Geldgeber mit dem bisherigen Saisonverlauf einverstanden sein wird. In der Champions-League-Qualifikation gescheitert, ohne ein Tor geschossen zu haben, im UEFA-Cup nach der 1:2-Heimniederlage gegen das B-Team von Borussia Dortmund vor dem Aus und in der Meisterschaft hinter dem Erzrivalen Rapid, obwohl dort ein anderer Weg gegangen wird als beim Budget-Krösus in Violett.

Vastic nur mehr Schatten seiner selbst
Ob zu so seiner Leistung wie am Freitagabend am Bodensee ein Legionärs-Ensemble gebraucht wird, wird Stronach wohl Joachim Löw beantworten müssen. Die Austria setzte in Bregenz nur drei Österreicher ein, wobei einer drauf und dran ist seinen guten Ruf zu verlieren. Ivica Vastic ist seit seiner Rückkehr in die heimische Liga nach seinem Japan-Engagement nur mehr ein Schatten seiner selbst.

Löw zürnt seinen Stars
Löw ging mit seinen Stars hart ins Gericht: "Was einige an Unkonzentriertheiten gezeigt haben, kann ich nicht nachvollziehen. Statt über 90 Minuten hellwach zu sein, erlauben sie sich ihre Pausen." Vastic und Janocko nahm der Deutsche dann auch vom Platz.

Bregenz-Coach legt Schäuferl nach
Bregenz-Coach Regi van Acker streut noch Salz in die violetten Wunden: "Wir haben in den ersten 20 Minuten Zauber-Fußball gespielt. Die Austria kam nur dadurch wieder heran, dass wir vor der Pause dumm waren. Es war diesmal die Gelegenheit da, den Meister mit 4:0 oder 5:0 nach Hause zu schicken."

(APA/red)

4.10.2003 13:47