Freitag, 3. Oktober 2003

Bundesliga: Rapid nach Jubiläumssieg einsame Spitze

  • 1.400 Bundesliga-Sieg des Rekord-Meisters - sieben Punkte Vorsprung auf Austria
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Ein Wiener Verein führt wie erwartet souverän die T-Mobile Fußball-Bundesliga nach dem ersten Meisterschafts-Drittel an. Aber nicht Top-Favorit Austria enteilt der Konkurrenz, sondern der gegenüber dem Erzrivalen finanziell klar unterlegene SK Rapid. Die Hütteldorfer besiegten dank eines späten Treffers von Andreas Ivanschitz SV Salzburg mit 1:0 und haben nach zwölf Runden sieben Punkte Vorsprung auf die Austria. Der GAK verlor mit einem 1:1 zu Hause gegen Pasching weiter an Boden und fiel auf Rang vier hinter Überraschungsteam Bregenz (am Freitag 4:2 gegen Austria) zurück.

"Wir schauen nicht auf die Tabelle, sondern von Spiel zu Spiel. Salzburg hätte gewinnen können, wenn Payer nicht so gut gehalten hätte. Wir haben im Moment in den entscheidenden Phasen auch etwas Spielglück", gestand Rapid-Trainer Josef Hickersberger. Und eben einen Helge Payer in Hochform. Der Torhüter bewahrte sein Team in der Schlussphase mit tollen Paraden vor einem Rückstand, ehe Jung-Star Ivanschitz mit einem Schuss von der Strafraumgrenze in der 89. Minute den 1.400. Meisterschaftssieg der Rapidler seit 1911 fixierte.

Fans stürmten das Spielfeld
Die Fans waren da nicht mehr zu halten, Hunderte stürmten nach Spielende das Feld. Es gab zwar keine Gewaltakte und folglich keine Anzeigen oder Verhaftungen, den Verein wird das Verhalten der Anhänger aber teuer kommen. "In der Bundesliga zieht so etwas eine Strafe nach sich. Das häuft sich bei Rapid, daher wird die Strafe sehr hoch sein", kündigte Bundesliga-Vorstand Thomas Kornhoff an.

Ausfälle kompensiert
Sportlich verlief dagegen alles glatt, auch wenn Rapid nach zahlreichen Ausfällen nur noch 15 Mann im Kader hatte. Selbst den Ausfall des Kapitäns konnten die Grün-Weißen vor 13.800 Zuschauern kompensieren. "Wir sind eine gute Einheit und nicht der FC Steffen Hofmann. Sein Ersatzmann Martinez war bis zur Auswechslung der beste Spieler", erklärte Hickersberger.

GAK zurück gefallen
Während Rapid den Erfolgslauf fortsetzte, ist der GAK nach einen super Start mit vier Siegen in Folge zurück gefallen. Nach nur sechs Punkten aus den jüngsten acht Spielen sind die Grazer im Mittelfeld gelandet. "Leider Gottes sind die Tugenden, die uns stark gemacht haben, nicht da. Wir werden eine Mental-Mannschaft dazu ziehen, vielleicht hilft das", sagte Trainer Walter Schachner nach dem enttäuschenden 1:1 gegen den FC Superfund Pasching. "Es war eine katastrophale Leistung", sagte Neo-Teamspieler Joachim Standfest.

Pasching vergab Chance auf Sieg
Die Oberösterreicher vergaben die große Chance auf den ersten Sieg seit 30. August. Es war ein Selbstfaller durch Undiszipliniertheiten. Mayrleb kassierte beim Stand von 1:0 wegen Handspiel Gelb-Rot (73.), ein Strafraum-Foul von Kirchler nützte Tokic per Elfmeter zum Ausgleich (81.). "Der Ausschluss von Mayrleb war dumm, das Niederreißen von Kirchler auch nicht nötig", ärgerte sich Trainer Heinz Hochhauser, dessen Mannschaft nun in den sechs Partien seit dem Weggang von Edi Glieder ohne Sieg ist.

Rot für Ledwon
In Mattersburg trennten sich der heimische SV und Admira Mödling mit 1:1. Teamstürmer Linz brachte die Niederösterreicher in Führung (33.), nur zwei Minuten später gelang Mattersburg durch Fülöp der Ausgleich. Wenig später musste Admiras Ledwon mit Rot vom Feld (41.), der Aufsteiger konnte die numerische Überlegenheit aber nicht nützen. "Wir hatten heute nicht die Mittel. Wir hatten weder die läuferische Bereitschaft noch das technische Niveau, um uns durchzusetzen", meinte Trainer Werner Gregoritsch. Sein Gegenüber Raschid Rachimow war auf Ledwon nicht gut zu sprechen: "Das war eine dumme Aktion, bis dahin haben wir gut gespielt. Es gibt Konsequenzen."

(APA/red)

3.10.2003 14:36