Donnerstag, 2. Oktober 2003

Grazer Derby: "Sturm-Herz" erwachte zu neuem Leben

  • Gelb-Rot für Kollmann stößt GAK-Trainer Schachner übel auf
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Das 115. Grazer Fußball-Derby hatte es in sich. Ausgerechnet gegen den Erzrivalen GAK erwachte das von Trainer Michael Petrovic und Präsident Hannes Kartnig geforderte "Sturm-Herz" zu neuem Leben. den "Blackies" gelang gegen die "Rotjacken" nach fünf Niederlagen und vier Remis mit viel Kampf und ein wenig Glück der erste Derby-Sieg seit 19. August 2001. Für Aufregung in der Schlussphase sorgte nicht nur das späte Siegestor von Filipovic (90.), sondern auch die Gelb-Rote Karte für GAK-Stürmer Kollmann wegen Schiedsrichterkritik (92.).

Kollmann, mit zehn Treffern Führender der Torschützenliste, manövrierte sich damit bei GAK-Trainer Walter Schachner ins Abseits. "Er hat mit dieser Aktion sich und die Mannschaft geschwächt. Wir haben keine Stürmer mehr, ich weiß nicht, wen ich am Samstag aufstellen soll", meinte Schachner, der so wie Kapitän Ehmann auch mit dem Schicksal haderte. "Wir haben in den vergangenen Wochen dieses Quäntchen Unglück. Wir müssen schauen, dass wir das Glück wieder zurückerobern", so Ehmann.

Breitseite von Dollinger
Sein Teamkollege Dollinger feuerte trotz der Derby-Niederlage eine Breitseite in Richtung des Erzrivalen ab: "Sturm ist weiterhin Abstiegskandidat Nummer eins. Wir waren klar die Besseren und haben uns nur selbst geschlagen."

"Ende gut, alles gut"
Solche Töne aus dem GAK-Lager konnten der Freude bei Sturm aber keinen Abbruch tun. "Ein Derby zu gewinnen bedeutet 100-prozentige Begeisterung für die Mannschaft und die Fans", jubelte Sturm-Angreifer Haas, der nach wie vor erst bei einem Saisontreffer hält. "Ende gut, alles gut. Wir haben einen Arbeitssieg errungen. Jetzt können wir wieder ruhiger arbeiten", atmete Petrovic nach seiner gelungenen Derby-Premiere als Trainer tief durch.

"Mannschaft spurt, wenn ich poltere"
Das tat auch Präsident Kartnig, der den Sieg auch als Folge seiner deftigen Reaktion nach der Mattersburg-Heimpleite sah: "Die Mannschaft scheint nur dann zu spuren, wenn ich poltere. Heute hat die Mannschaft toll gekämpft."

Admira-Trainer Rachimow stinksauer
Nicht nur das Tabellenschlusslicht Sturm, sondern auch die ebenfalls krisengeschüttelten Kärntner fuhren am Mittwoch im Nachtrag der 8. Runde den zweiten Meisterschaftssieg ein. Der FC Kärnten rang die Admira dank einer starken Schlussphase 2:0 nieder. FCK-Trainer Hannes Haubitz war erleichtert, Admira-Trainer Rachimow hingegen stinksauer: "Wir waren wie schon zwei Mal gegen Bregenz die bessere Mannschaft und stehen aus diesen Partien mit nur einem Punkt da. Das wird harte Gespräche geben."

"Rot" für Schellander
So wie in Graz wurde auch in Klagenfurt in der hitzigen Schlussphase ein Spieler des Feldes verwiesen, Schellander sah in der 89. Minute die Rote Karte.

(APA/red)

2.10.2003 13:06