Formel 1: Schumacher warnt vor Siegessicherheit
- "Zunächst muss ich diesen Punkt holen"
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"Schumi auf dem Weg zur Legende!"
Der Champagner ist noch nicht kaltgestellt vor dem großen Finale im Fernen Osten. "Im Sport darf man sich nie zu sicher sein", sagt Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher vor dem Großen Preis von Japan am Sonntag in Suzuka. Trotz seines komfortablen Vorsprungs in der WM-Wertung von neun Zählern auf Verfolger Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes warnte Schumacher in einem Interview vor allzu großer Siegessicherheit. Noch fehlt ihm ein Punkt, um als erster Fahrer zum sechsten Mal die Formel-1-Weltmeisterschaft zu gewinnen. "Zunächst muss ich diesen Punkt auch holen."
Perfektionist Schumacher hat auch vor dem 193. Grand Prix seiner einmaligen Karriere nichts dem Zufall überlassen. "Wir haben nochmals in Mugello getestet, so dass wir uns bestmöglich vorbereitet fühlen", erklärte der Titelverteidiger. Vor dem 16. und letzten Saisonlauf gibt sich der Ferrari-Star kämpferisch: "Jetzt wollen wir es auch wissen. Schließlich geht es auch noch um den Konstrukteurs-Titel, den fünften in Folge für Ferrari. Das wäre toll, und das Team hätte ihn wirklich verdient."
Ein achter Platz in Japan genügt
In der für die Automobilhersteller enorm wichtigen Konstrukteurswertung hat Schumachers italienischer Rennstall (147 Punkte) einen Vorsprung von drei Zählern auf das britisch-deutsche Team von Williams-BMW (144). In der Fahrerwertung reicht Schumacher (92) ein achter Platz. Konkurrent Räikkönen (83) dagegen ist zum Siegen verdammt und muss darauf hoffen, dass sein deutscher Rivale keinen Punkt holt. Den jungen Finnen hatten nur wenige noch auf der WM-Rechnung. Auch Schumacher hatte vor dem USA-Rennen in Indianapolis eher Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya als schärfsten WM-Rivalen erwartet.
Trotz der guten Voraussetzungen will Schumacher noch nicht über den geschichtsträchtigen sechsten Titel sprechen, mit dem der 34-Jährige den legendären Argentinier Juan Manuel Fangio endgültig überholen würde. "Wie gesagt: noch ist der Punkt nicht geholt. Es ist also schwer für mich, darüber zu reden. Aber natürlich wäre ich stolz auf diesen Titel. Wenn mir das auch wahrscheinlich erst später bewusst werden würde."
Selbstzweifel vor der Saison
Schumacher, der in dieser Saison nach fünf sieglosen Rennen die Wende zu seinen Gunsten mit den Erfolgen in Monza und Indianapolis schaffte, gab zu, im Sommer von Selbstzweifeln geplagt gewesen zu sein. "Die hat man immer mal, ist doch ganz normal. Eine Saison ist lang, da sind Stärke- und Schwächephasen ganz normal."
Die von Schumacher so heiß geliebte "Ferrari-Familie" war für den Superstar der große Rückhalt. "Ich habe immer an unser Team geglaubt. Ich weiß doch, wie stark die Jungs sind. Mir war klar, dass alle ihr Bestes geben werden, daher bin ich eigentlich immer recht ruhig geblieben. Geschafft haben wir es dann wohl durch harte Arbeit und den Glauben an unsere Gemeinschaft." (apa/red)
