Hermann Maier: "Wurde auf Karriere-Höhepunkt herausgerissen"
- ÖSV-Superstar im Interview: "Ohne gewissen Schmerzpegel würde mir etwas fehlen"
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Österreichs Ski-Superstar Hermann Maier hat in einem Interview mit einer deutschen Tageszeitung noch einmal zu seinem folgenschweren Motorradunfall im August 2001 Stellung genommen. "Ich bin auf dem Höhepunkt meiner Karriere herausgerissen worden. Ich hätte noch besser werden können und konnte das nicht mehr zeigen", erklärte der Salzburger. An die Schmerzen in seinem rechten Fuß hat sich der "Herminator" bereits gewöhnt: "Ohne einen gewissen Schmerzpegel würde mir mittlerweile etwas fehlen."
Die unmittelbaren Folgen des Unfalls werden laut Maier noch sehr lange zu spüren sein: "Die Schwellung wird sich irgendwann zurückbilden, doch das kann Jahre dauern. Es wird noch sehr viel Therapie brauchen." Auch die möglichen schweren Folgen eines Sturzes fahren beim Salzburger im Hinterkopf mit. "Ich versuche, mit einer gewissen Reserve zu fahren. Das sind dann halt Zehntel, die verloren gehen und nur schwer aufzuholen sein werden. Die Angst vor dem Sturz ist schon da," so der Herminator in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (FAZ).
Dabei ist vor allem der Trainingssturz vor rund einem Jahr in Chile noch in frischer Erinnerung: "Die Zeit nach Chile war Horror. Es kommt mal der Zeitpunkt, da sind die Schmerzen so stark, dass man sagt: Schneidet mir den Fuß ab, ich möchte endlich meine Ruhe haben. Ich weiß nicht, warum ich doch noch weitergemacht habe."
Der Doppel-Olympiasieger von Nagano 1998 sieht aber auch die "positiven" Seiten des Zwischenfalls. "Es war für mich eine riesengroße Lebenserfahrung. Ich war gezwungen, an die Grenze zu gehen, und ich war an der Grenze. So etwas erlebt man sonst nicht. Ich möchte diese Erfahrung nicht missen, auch wenn ich ohne sie ein paar Weltcuprennen und ein paar Medaillen mehr gewonnen hätte."
Mit dem Rad-Superstar Lance Armstrong will der 30-Jährige, der heuer die Tour-de-France eröffnet hat, sein Schicksal nur bedingt vergleichen. "Man kann das nicht unbedingt vergleichen. Die Voraussetzungen waren anders. Armstrong wurde nach seiner Krankheit zu einem anderen Sportler mit einem völlig anderen Muskelaufbau. Das wichtigste in beiden Fällen ist, dass man vergisst, was passiert ist, und hart weiterarbeitet. Das haben wir beide getan. Und wir haben beide gelernt, das Leben mehr zu schätzen."
(apa/red)
