Samstag, 4. Oktober 2003

Verwirrung um Entdeckung französischer Raketen im Irak

  • Polnische Soldaten fanden Geschosse
  • Irak erhält neue Währung ohne Hussein-Konterfei

Vier französische Boden-Luft-Raketen sollen im Irak entdeckt worden sein. Der Fund hat am Samstag für einige Verwirrung gesorgt. Polnische Soldaten stöberten die Geschosse vom Typ Roland Anfang der Woche im Süden des Iraks auf und zerstörten sie anschließend. Indessen erhält der Irak nun eine neue Währung: Der entscheidende Unterschied zur alten: Das Porträt von Saddam Hussein fehlt.

Die polnische Regierung korrigierte nach einer Intervention des französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac jedoch Angaben, wonach die Raketen in diesem Jahr produziert worden seien.

UN-Sanktionen verbieten seit 1990 den Verkauf von Waffen in den Irak. Die französische Regierung betonte, Frankreich habe sich an das Embargo gehalten. Präsident Chirac verwies darauf, dass die betreffenden Waffen seit 15 Jahren nicht mehr hergestellt würden. Frankreich gehörte in den 80er Jahren zu den Waffenlieferanten des Iraks.

Tadeusz Iwinski, ein Mitarbeiter des polnischen Ministerpräsidenten Leszek Miller, sprach von einem Irrtum. Auch Verteidigungsminister Jerzy Szmajdzinski äußerte sein Bedauern über die Erklärung eines Ministeriumssprechers, wonach die gefundenen Raketen 2003 gebaut worden seien. Iwinski sagte, Miller habe Chirac am Rande des EU-Verfassungsgipfels in Rom am Samstag zwei Mal getroffen, um ihm den Irrtum zu erklären. "Fälschlicherweise wurde erklärt, dass die Raketen in diesem Jahr produziert worden seien", sagte Iwinski. Die Sache sei jetzt geklärt, und Chirac habe die Erklärung Millers akzeptiert.

Irak erhält neue Währung
Die irakische Zentralbank hat am Samstag die neue Währung des Landes vorgestellt. Der entscheidende Unterschied zur alten ist das fehlende Porträt von Saddam Hussein. Der neue irakische Dinar - der im Verhältnis eins zu eins umgetauscht wird - soll ab dem 15. Oktober ausgegeben werden. Die Iraker haben dann drei Monate Zeit, um ihr altes Geld gegen das neue umzutauschen.

Die neuen Scheine ähneln denen aus der Zeit vor 1990. Die Währung heißt im Volksmund "Schweizer Dinar" und ist heute immer noch in den Kurdengebieten im Norden Iraks in Umlauf. Das neue irakische Geld wurde in England gedruckt. Es soll im ganz Irak gelten.

(apa/red)

4.10.2003 20:09