Präsident-Wahl in Tschetschenien: Rege Beteiligung
- Aus Protest sendete OSZE keine Wahlbeobachter
- Unliebsame Kandidaten wurden zum Verzicht 'gezwungen'
·Tschetschenien
Die Welt ignoriert Krieg im Kaukasus
Der Moskau-treue bisherige Verwaltungschef in Tschetschenien, Kadyrow, ist nach offiziellen Angaben zum neuen Präsidenten der umstrittenen Kaukasusrepublik gewählt worden. Bei dem Wahlgang am Sonntag habe Kadyrow offenbar mehr als zwei Drittel der abgegebenen Stimmen auf sich vereinigen können, berichtete die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf die amtliche Wahlkommission.
Erste Auszählungen deuteten darauf hin, dass bis zu sieben von zehn Wählern Kadyrow ihre Stimme gegeben hätten, zitierte die Agentur einen Mitarbeiter der Kommission. Die Wahlbeteiligung lag nach Angaben der Wahlkommission bei mehr als 80 Prozent. Mehrere Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten jedoch nur schwachen Zulauf bei mehreren Wahllokalen in der Republik. Mit einem vorläufigen Endergebnis wird am Montagmittag gerechnet.
Alle aussichtsreichen Oppositionskandidaten in der vom Krieg gezeichneten Kaukasusrepublik waren im Vorfeld ausgeschlossen worden. Aus Angst vor Anschlägen waren scharfe Sicherheitsvorkehrungen in Kraft. Kritiker werfen der russischen Regierung vor, die Wahl in der Unruheprovinz auf den pro-russischen Kandidaten Kadyrow ausgerichtet zu haben. Aus Protest gegen die fehlende Wahlfreiheit hatten die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und der Europarat keine Beobachter entsandt.
(apa/red)
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