Libanon: Palästinensische Kämpfer in Alarmbereitschaft
- Libanon wendet sich an Vereinte Nationen
- Syrien vs. Israel: UN-Abstimmung nach Streit vertagt
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Aus Angst vor israelischen Luftangriffen sind die palästinensischen Kämpfer in den Flüchtlingslagern im Libanon am Montag in Alarmbereitschaft versetzt worden, nachdem am Vortag israelische Kampfflugzeuge ein vermutetes Terroristenlager in Syrien angegriffen hatten.
"Es ist sehr gut möglich, dass Israel die Palästinenserlager im Libanon angreift", sagte der Fatah-Chef im Libanon, Sultan Abu Al Aynian, der dpa. "Deshalb haben wir all unsere Kräfte im Süd- und Nordlibanon in volle Alarmbereitschaft versetzt." Im Lager Ain el Hilweh östlich von Sidon wie auch in den Lagern Badawi und Naher el Bard im Norden seien Maschinengewehre in Stellung gebracht worden. Rund 367.000 Palästinenser leben in zwölf Lagern im Libanon.
Nach Syrien hat sich auch die libanesische Regierung mit einer Beschwerde über Israel an die Vereinten Nationen gewandt. Das teilte Informationsminister Michel Smaha mit. Nach libanesischen Militärangaben haben Sonntag früh acht israelische Maschinen libanesischen Luftraum verletzt.
Syrien vs. Israel
Der UNO-Sicherheitsrat hat in der Nacht die Abstimmung über eine Resolution vertagt, mit der auf Wunsch Syriens der israelische Luftangriff auf syrischem Territorium verurteilt werden soll. Das Gremium werde darüber weiter beraten, teilte US-Botschafter Negroponte mit. Zuvor hatten zahlreiche Staaten das israelische Vorgehen ebenso verurteilt wie den jüngsten Selbstmordanschlag in Haifa.
Die Dringlichkeitssitzung hatte Syrien beantragt, das gegenwärtig als einziges arabisches Land im Sicherheitsrat sitzt. Israel solle aufgerufen werden, Handlungen einzustellen, die zu "unkalkulierbaren Konsequenzen" und zur Gefährdung des Friedens in der Region führen könnten, hieß es seitens Syriens.
Israel warf Syrien hingegen bei der Dringlichkeitssitzung vor, den internationalen Terrorismus zu unterstützen. Nach dem Sturz Saddam Husseins sei Syrien in der Nahost-Region der wichtigste Geldgeber für Terroristen geworden, sagte Israels UNO-Botschafter Gillerman. Den israelischen Luftangriff auf syrischem Territorium verteidigte er als notwendige Maßnahme im Kampf gegen den Terrorismus. Syrien gehöre zur "Achse des Bösen".
Arafat ernennt Notstandsregierung
Arafat unterzeichnete am Sonntagabend ein Notstands-Dekret, mit dem er zugleich eine achtköpfige Notstandsregierung ernannte, wie Palästinenservertreter mitteilten. Der designierte Ministerpräsident Ahmed Korei teilte mit, er werde dem Kabinett vorstehen.
Das Kabinett werde vorerst für einen Monat die palästinensischen Regierungsgeschäfte führen, ehe es die Bestätigung durch den palästinensischen Legislativrat suchen werde. Das Innenministerium soll demnach von dem Arafat- und Korei-Vertrauten Nasser Yussuf geführt werde. Finanzminister Salam Fayad und Außenminister Nabil Shaath sollen den Angaben zufolge auf ihren bisherigen Posten bleiben. (apa)
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