Freitag, 3. Oktober 2003

Demo in Rom eskaliert: Straßenschlachten zwischen Polizei und Vermummten

  • Hunderttausende bei Demo der Globalisierungsgegner
  • Erste Geschäfte im Stadtzentrum verwüstet

Rund Hunderttausend Personen haben sich am Samstag nach Angaben der Organisatoren an zwei Massenkundgebungen beteiligt, die Globalisierungsgegner und europäische Gewerkschaften am Rande der Regierungskonferenz über die EU-Verhandlungen in Rom organisiert haben. Einige Demonstranten lieferten sich Straßenschlachten mit der Polizei. Dutzende Polizisten setzten Schlagstöcke und Tränengas ein, nachdem sie mit Flaschen und Steinen beworfen wurden.

Mehrere Demonstranten wurden leicht verletzt und wurden behandelt, zehn Polizisten erlitten Verletzungen.

Etwa 50 vermummte Globalisierungsgegner hatten vor dem Beginn der Konferenz Autos zerstört, Scheiben eingeworfen und das Büro einer Arbeitsvermittlung in Brand gesetzt. "Sie haben die Straße mit Mülltonnen und alten Reifen blockiert und dann die Vermittlung mit Stäben und Eisenstangen angegriffen, bevor sie eine Art Brandbombe hineinwarfen", sagte ein Anrainer im Stadtteil EUR. Die Polizei nahm nach eigenen Angaben 32 Personen fest.

"Wir demonstrieren nicht gegen Europa, sondern für ein anderes Europa. Wir kämpfen um Prinzipien wie Frieden, Recht auf Arbeit und für eine Landwirtschaftspolitik, die nicht die ärmeren Länder erdrosselt", betonte der Führer der italienischen Globalisierungsgegner, Vittorio Agnoletto. Er warnte vor dem "Demokratiedefizit" in den europäischen Institutionen. Der Verfassungsentwurf sei weder von den Völkern noch von den Parlamenten diskutiert worden. Auch das EU-Parlament habe bisher eine zweitrangige Rolle bei der Debatte über die EU-Verfassung gespielt.

(apa/red)

3.10.2003 09:15