Freitag, 3. Oktober 2003

ABC-Waffen im Irak? US-Inspektoren fanden nichts!

  • Negative Reaktionen auf ergebnislosen Bericht im US-Senat
  • Bush im Tief: Amerikaner zweifeln Sinn des Irak-Kriegs an

Immer wieder tote US-Soldaten im Irak, keine Spur von Saddam Hussein, und so weiter. In den USA werden nach ständigen Negativ-Meldungen nach dem Feldzug der Bush-Regierung immer mehr Zweifel an deren Sinnhaftigkeit laut. Und jetzt auch noch das: US-Waffeninspektoren mussten vermelden, dass es im Irak keine Massenvernichtungswaffen gibt! Damit ist Bush auch noch sein Hauptargument für den Krieg abhanden gekommen.

Die US-Inspektoren haben nach Angaben ihres Chefs David Kay bisher keine Massenvernichtungswaffen gefunden. Es gebe aber "beträchtliche Beweise" dafür, dass der Irak den Bau von chemischen und biologischen Waffen geplant habe, sagte Kay. "Wir haben noch keine Waffenvorräte gefunden, aber wir sind noch nicht an dem Punkt, an dem wir entweder eindeutig sagen können, solche Waffenvorräte existieren, oder dass sie vor dem Krieg existiert haben", stellte Kay, Berater des US-Geheimdienstes CIA, in seinem Bericht fest. Es gebe zudem keine Belege dafür, dass der Irak darauf vorbereitet gewesen sei, chemische Waffen gegen die vorrückenden Truppen der USA und Großbritanniens einzusetzen.

Negative Reaktionen im US-Senat
Die erste Reaktion auf den Zwischenbericht Kays ist im US-Senat negativ ausgefallen. Der republikanische Vorsitzende des Geheimdienstausschusses, Pat Roberts, erklärte am Donnerstag: "Ich bin nicht erfreut von dem, was ich heute gehört habe. Wir sollten eine abwartende Haltung annehmen, das ist die einzige Alternative, die wir haben."

Der demokratische Senator Jay Rockefeller sagte: "Da gibt es nichts, auf das wir zeigen könnten, und jetzt bittet sie (die Regierung) um weitere sechs bis neun Monate." Wie aus Kongresskreisen verlautete, verlangt die US-Regierung weitere 600 Millionen Dollar (513 Millionen Euro), um die Fortdauer der Suche nach Hinweisen für Massenvernichtungswaffen zu finanzieren.

Rumsfeld wartet weiter ab
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld betonte, es sei verfrüht, den Geheimdiensten seines Landes wegen der bisher nicht gefundenen Massenvernichtungswaffen Versagen vorzuwerfen. Bisher habe er nichts gesehen, das ihn annehmen lasse, dass er sich auf "ungenaues" Geheimdienstmaterial verlassen habe, betonte Rumsfeld. (APA/red)

3.10.2003 08:29