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Fünf Tage vor der Wahl sind neue Vorwürfe gegen den in Umfragen führenden Kandidaten für das kalifornische Gouverneursamt, Arnold Schwarzenegger, laut geworden. In einem ausführlichen Bericht der größten Zeitung des Westküstenstaats, der "Los Angeles Times", beschuldigten am Donnerstag sechs Frauen den Filmstar und ehemaligen Bodybuilder, sie unsittlich berührt und verbal sexuell belästigt zu haben. Und der Sender "abc" meldete unter Berufung auf ein unveröffentlichtes Buch-Projekt, Schwarzenegger habe sich 1975 in einem Interview lobend über den Diktator Adolf Hitler geäußert.
Der Filmstar hatte eigentlich am Donnerstag mit dem Start einer viertägigen Bustour durch Kalifornien einen Siegeszug in Richtung der Recallwahlen am nächsten Dienstag beginnen wollen. Nun wurde der Start der "California Comeback Tour" durch die Vorwürfe überschattet. Wie sich die Berichte auf das Wahlverhalten der Kalifornier auswirken lässt sich nach Ansicht von Beobachtern noch nicht sagen. Bei den beiden jüngsten Umfragen liegt Schwarzenegger mit 40 Prozent in Führung.
Auf den Vorwurf von "Grapsch-Affären" reagierte Schwarzenegger eher zerknirscht. Er entschuldigte sich bei jenen, die er durch seine Handlungen verletzt habe. Damals sei ihm das nicht so bewusst gewesen, sonst hätte er es nicht getan, versuchte er aber auch Verständnis zu heischen und die Probleme auch auf das Umfeld im Filmgeschäft zurückzuführen. Laut der "Los Angeles Times" ereignete sich der jüngste Vorfall erst im Jahr 2000. Keine der sechs Frauen habe Schwarzenegger angezeigt, aber alle hätten sich sehr gedemütigt gefühlt. Lediglich zwei Frauen nannten ihren Namen, die vier übrigen fürchten Repressionen und wollen anonym bleiben.
Den Bericht über seine angebliche frühere Bewunderung Hitlers wies Schwarzenegger hingegen zurück. "Ich kann mich nicht erinnern, so etwas gesagt zu haben", reagierte er auf die Meldung des US-Senders "abc", wonach er sich in einem Interview im Jahr 1975 lobend über Hitler geäußert habe. Dieser habe mit wenig Bildung einen großen Aufstieg geschafft, daher zähle er ihn zu seinen Helden, soll Schwarzenegger gesagt haben. Der Regisseur des Bodybuilder-Films "Pumping Iron", George Butler, der die angebliche Interview-Mitschrift aus 1975 in ein Buch-Projekt aufgenommen hat, beteuerte gegenüber "abc" dass Schwarzenegger nie antisemitische Äußerungen gemacht habe.
Der amtierende Gouverneur Gray Davis hielt sich in einer ersten Reaktion auf die Vorwürfe zurück. Die Wähler sollten sich selber ein Bild machen, meinte er. Anders hingegen der demokratische Kandidat Cruz Bustamante, der in den jüngsten Umfragen hinter Schwarzenegger liegt. Das unsittliche Berühren einer Person könne sogar unter das Strafgesetz fallen, zitierte er einen Paragrafen über sexuelle Belästigung. Maria Shriver, Ehefrau von Arnold Schwarzenegger, kam ihrem Mann zur Hilfe. Er habe sich immerhin öffentlich bei den betroffenen Frauen entschuldigt und damit einen mutigen Akt gesetzt.
(apa)
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