Donnerstag, 2. Oktober 2003

Schönborn: Papst "letzten Tagen seines Lebens" nahe

  • Wiener Erzbischof: "Erleben einen Papst, der im Sterben ist"

"Der Papst nähert sich den letzten Tagen und Monaten seines Lebens." Mit diesen Worten ließ Wiens Erzbischof Christoph Schönborn Anfang Oktober aufhorchen. Auch ein so "erfülltes und intensives Leben" wie jenes des Papstes "geht einmal zu Ende", so der Kardinal. Schönborn-Sprecher Erich Leitenberger schränkte jedoch ein: "Die Aussage Kardinal Schönborns ist philosophisch zu sehen."

Schönborn: Dies sei "ganz natürlich". Neu oder ungewohnt sei, dass jemand "unter den Blicken der Weltöffentlichkeit" auf diesen Zeitpunkt zu gehe. "Die gesamte Weltöffentlichkeit erlebt einen Papst, der krank ist, der behindert ist und der im Sterben - ich weiß nicht wie aktuell er im Sterben ist - der sich den letzten Tagen und Monaten seines Lebens nähert", sagte Schönborn wörtlich.

Der Gesundheitszustand des Papstes, der als an Parkinson Erkrankter "nicht immer den Speichel halten kann", werde von den Medien "unerbittlich" gezeigt, sagte Schönborn. Dies sei zum Teil menschlich berührend, zum Teil schockierend. Doch Johannes Paul II. scheue sich nicht davor, schließlich "könnte er sich auch zurückziehen". Es sei nämlich auch ein "ganz starkes Zeichen für unsere an Gesundheitsreligions-Wahn erkrankte Gesellschaft, dieses Gegenbild zu sehen".

(APA/red)

2.10.2003 12:52