Donnerstag, 2. Oktober 2003

Pjöngjang meldet: Nordkorea baut eine Atombombe

  • Vorwurf gegen USA: 'Feindselige Politik'
  • Südkorea: Pjöngjang trotzdem zu Gesprächen bereit

Nordkorea verschärft den Streit rund um sein Atomprogramm. Pjöngjang ließ zuletzt über seine Nachrichtenagentur ausrichten, dass man eine Atombombe baut. 8.000 abgebrannte Brennstäbe wurden dazu aufgearbeitet, um daraus das nötige Plutonium zu gewinnen. Des weiteren warf das Regime den USA vor, eine "feindselige Politik" gegen Nordkorea zu betreiben.

Andere Nachrichtenagenturen berichteten etwas hingegen vorsichtiger. AFP und dpa meldeten lediglich, dass Nordkorea nach eigenen Angaben 8.000 abgebrannte Atombrennstäbe wieder aufbereitet hat, mit denen sich Plutonium zur Kernwaffenherstellung gewinnen lässt. Das Plutonium sei bei dem Vorgang gewonnen worden, um die "atomare Abschreckung" zu stärken.

Anfang der Woche hatte Nordkorea erklärt, "praktische Maßnahmen" zum Vorantreiben seines Atomprogramms ergriffen zu haben. Ziel sei die Abschreckung einer US-Invasion.

Trotzdem ist Pjöngjang nach südkoreanischen Angaben bereit, die Gespräche über sein Atomprogramm fortzusetzen. Die ablehnenden Äußerungen von nordkoreanischer Seite seien Teil der Verhandlungstaktik, hieß es in Seoul. Eine zweite Sechser-Runde über den Atomkonflikt werde bald stattfinden. Nordkorea hatte am Dienstag bekräftigt, kein Interesse mehr an neuen Gesprächen zu haben.

Amerikanische Experten vermuten schon länger, dass Pjöngjang drei bis sechs Atomwaffen besitzen könnte. Der US-Geheimdienst geht von ein oder zwei Atomwaffen aus. Pjöngjang will sein Atomwaffenprogramm nur dann aufgeben, wenn die USA einen Nichtangriffspakt unterzeichnen, Wirtschaftshilfe leisten und diplomatische Beziehungen aufnehmen.

(apa)

2.10.2003 08:05