Sonntag, 5. Oktober 2003

Schlammschlacht im Wahlkampf-Finale!

  • Nach Grapsch-Skandalen: Jetzt wird Arnie auch noch ein uneheliches Kind angedichtet!
  • Plus: So verbrachte Arnie die letzten Tage vor der Wahl

Die Schlammschlacht im kalifornischen Wahlkampf nimmt kein Ende. Nachdem Schwarzenegger bereits vorgeworfen wurde, dass er ein Hitler-Bewunderer wäre und Frauen am laufenden Band begrapschen würde, wurde ihm am Tag vor der Wahl noch ein uneheliches Kind angedichtet. Die Informationen verbreitete das US-Boulevard-Blatt "National Enquirer". Mit einer "Fly-Around-Tour" in drei Städten beendet Arnie den Wahlkampf. Sein Abend stand im Zeichen seiner Familie.

Wie der "National Enquirer" berichtet, soll Schwarzenegger eine Affäre mit der Flugbegleiterin Tammy Baker-Tousignant gehabt haben. Dieser Beziehung soll ein gemeinsamer Sohn entstammen. Baker-Tousignant wollte dazu keinen Kommentar abgeben. Die Boulevard-Zeitung zitierte nur einen ihrer Bekannten. Bilder gibt es weder vom angeblichen Sohn noch von der Mutter. Die "Kinderaffäre" ist nun offenbar das letzte Kapitel in der Schmuddel-Kampagne gegen den Gouverneurs-Kandidaten.

Gute Chancen für Arnie
Die letzten Werte einer NBC-Umfrage sehen Schwarzenegger mit 36 Prozent der Stimmen klar vor dem demokratischen Hauptkonkurrenten Bustamente. Noch ist aber noch nicht klar, ob der jetzige Gouverneur Davis überhaupt aus dem Amt gewählt wird.

"Marsch auf Sacramento"
Am Sonntag hat Arnie mit einem "Marsch auf Sacramento" seine viertägige Bustour mit Wahlkampf-Veranstaltungen abgeschlossen. In der kalifornischen Hauptstadt kündigte er bei einer Kundgebung an, er werde aufräumen. Aber auch Arnie-Gegner waren anwesend: Die Demonstranten nannten Arnie "Gropernator" - eine neue Wortschöpfung aus "Terminator" und dem Wort "grope", das übersetzt etwa grapschen oder herumfummeln heißt.

"California Comeback Express"-Tour
Vom Start weg war die "California Comeback Express"-Tour in der Endphase des Wahlkampfs für die Recall-Wahlen am Dienstag von Vorwürfen wegen sexueller Belästigung von ehemaligen Kolleginnen und Berichten wegen Schwarzeneggers früherer angeblicher Hitler-Bewunderung überschattet.

Neue Vorwürfe: Bereits 15 Frauen beschuldigen Arnie
In der Los Angeles Times (Sonntagsausgabe) berichteten vier weitere Frauen von Übergriffen durch den Filmstar in den Jahren 1979 bis 2000. Damit haben bisher insgesamt 15 Frauen angegeben, Schwarzenegger habe sie begrapscht beziehungsweise bedrängt. Der Sprecher von Schwarzenegger, Sean Walsh, wies die Darstellungen von drei Frauen als unwahr zurück. An den vierten Vorfall in einem Fitness-Center in Venice in Kalifornien könne sich der Star nicht erinnern.

Die heute 46-jährige Tamee Smith schilderte gegenüber der Zeitung, wie Schwarzenegger ihr am Rande von Dreharbeiten zum Film "Predator" im Jahr 1987 in die Toilette gefolgt sei und sie gepackt habe. Er habe sie bedrängt und unter anderem gesagt, "ich möchte wissen ob deine Brüste echt sind", während sie versucht habe, sich loszumachen und ihn mit "Nein, Nein" abzuwehren. Erst als sie begonnen habe von Maria Shriver, seiner Ehefrau, zu reden habe er sie losgelassen.

Die heute 45-jährige Elizabeth Rothner sagte der "Los Angeles Times", Schwarzenegger habe ihr 1979 in einer Bar in Santa Monica das T-Shirt halb ausgezogen und dadurch ihre Brüste entblößt. Sie habe ein T-Shirt mit dem Aufdruck "Heaven" (Himmel) getragen, Schwarzenegger sei quer durch das Lokal auf sie und eine Gruppe von Freunden zugegangen und habe ihr T-Shirt hochgezogen. Eine weitere Frau, die aus Furcht vor beruflichen Konsequenzen in der Filmindustrie nicht genannt werden wollte, gab an, der Filmstar habe sie im Jahr 2000 in einem Studio in Los Angeles gepackt und mehrere Male auf den Po geschlagen.

(apa/red)

5.10.2003 19:48