Freitag, 3. Oktober 2003

Grapsch-Affäre! Schwarzeneggers Frau hält dennoch weiter zu ihm!

  • Hitler-Verehrung? Arnie kann sich an Interview nicht erinnern
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Am 7. Oktober wird es spannend in Kalifornien: Die Gouverneurs-Wahl steigt - und Arnold Schwarzenegger, bis dato aussichtsreichster Kandidat, muss sich gegen üble Vorwürfe wehren: Er soll mehrere Frauen sexuell belästigt haben. Seine Frau Maria Shriver verteidigt jedoch ihren Mann und hält weiter fest zu ihm. In einem früheren Interview soll Arnie nun auch Adolf Hitler verherrlicht haben, er könne sich daran aber nicht erinnern, meinte er.

Die demokratischen Rivalen erklärten, die Vorwürfe disqualifizierten den Polit-Neuling. Zusätzlich sieht sich Schwarzenegger mit Vorwürfen konfrontiert, er habe Bewunderung für Adolf Hitler geäußert.

"Viel von dem, was Ihr in diesen Geschichten hört, ist nicht wahr", beteuerte Schwarzenegger bei einem Wahlkampfauftritt im kalifornischen San Diego, bezogen auf die Sex-Vorwürfe. Zugleich räumte er ein: "Ja, ich habe Dinge getan, die nicht richtig waren, aber ich dachte, es sei ein Spiel ("playful behaviour")". Er fügte hinzu: "Aber jetzt begreife ich, dass ich Leute beleidigt habe." Menschen, die er verletzt habe, wolle er sagen, dass es ihm "zutiefst leid" tue. "Wenn ich Gouverneur bin, werde ich beweisen, dass ich ein Vorkämpfer der Frauen bin."

Für Gail Escobar waren diese Entschuldigungen unzureichend. Die 41-Jährige erzählte auf einer Wahlkampfveranstaltung, Schwarzenegger habe ihr 1978 mit Vergewaltigung gedroht, weil sie nicht in sein Auto steigen wollte. "Ich stehe hier für alle Frauen Kaliforniens. Wir wollen keinen Gouverneur, der Frauen so behandelt", sagte Escobar. Jennifer Skurnak pflichtete ihr bei: "Ich bin Mutter. Ich kann niemanden wählen, der Frauen sexuell belästigt. Sagt nein zu Arnold!" Die Organisation CODEPINK Frauen für Frieden, kündigte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP Anzeigen und Proteste gegen Schwarzenegger an.

Arnies Frau Maria verteidigt ihren "Gouvernator"
Schwarzeneggers Eingeständnis bedeute nicht, dass er ein unwürdiger Gouverneurskandidat sei, sagte dagegen Julie Vandermost, die Vorsitzende der den Republikanern nahe stehenden Kalifornischen Vereinigung von Frauen in Führungspositionen. Auch Schwarzeneggers Frau Maria Shriver verteidigte ihren Mann. "Ich sage meinen Kindern immer, es erfordert großen Mut, sich vor jemanden hinzustellen und sich zu entschuldigen, und ich glaube, das hat Arnold heute gemacht", sagte Shriver.

Hat Arnie im Interview Hitler verherrlicht?
Der junge Austro-Amerikaner wurde auf der Frage nach seinen Vorbildern mit der Antwort zitiert: "Ich habe Hitler bewundert, zum Beispiel, weil er es als kleiner Mann fast ohne Ausbildung geschafft hat, an die Macht zu kommen. Ich bewundere ihn, weil er ein so guter öffentlicher Redner war und für das, was er damit gemacht hat". Schwarzenegger fügte den Angaben zufolge hinzu, er würde gerne "wie Hitler im Nürnberger Stadium" auftreten können, "mit all den Leuten, die dir zujubeln und die allem zustimmen, was immer du auch sagst".

Schwarzenegger erklärte dazu gegenüber ABC News: "Ich kann mich an nichts von alledem erinnern." Er verachte alles, für das Hitler, die Nazis und das Dritte Reich gestanden sei. (APA/red)

3.10.2003 11:44