Mittwoch, 1. Oktober 2003

OÖ-Regierung: Schwarz-Grün für Pühringer "denkbar"

  • VP-Landeschef im NEWS-Interview: "Ich rede mit allen"
  • An Bundespartei: "Höllisches Tempo dieser Reformen" falsch

Wie wird die künftige Landesregierung in Oberösterreich aussehen? Bis dato regierte eine schwarz-rote Koalition unter LH Josef Pühringer. nach den heftigen Scharmützeln im Wahlkampf ist eine Neuauflage vpn SPÖVP allerding mehr als fraglich. Pühringer geht nun im NEWS-Interview in die Offensive: Er hält Schwarz-Grün für "denkbar".

NEWS: Zunächst eine persönliche Frage - Sie waren am Wahlabend emotionell sichtbar berührt. Dachten Sie tatsächlich kurz an Ihren Rücktritt?
Pühringer: An Rücktritt nicht, aber ich war zu diesem Zeitpunkt wirklich sehr, sehr enttäuscht und hatte mich zunächst mit einem engsten Kreis zurückgezogen.

NEWS: Vor Ihren Funktionären sagten Sie: Einen 43-Prozent-Vertrauensvorschuss kann man nicht beiseite schieben. Da riss es alle.
Pühringer: Damit wollte ich andeuten, dass es in solchen Situationen nicht leicht fällt, Verantwortung zu tragen. Aber mir war klar: Erstens haben wir nicht verspielt, zweitens ist ein Plus, wenn auch ein kleines, vor dem Wahlergebnis. Drittens: Die Partei ist in keiner einfachen Situation - da kann man nicht einach davonrennen. Darum kam ich auch nicht auf die Idee, irgendwas in der Richtung zu tun.

NEWS: ÖVP-General Lopatka erklärte, Sie wären zu "nobel" mit der SPÖ umgegangen, selbst wolle man Reformerklärungen verbessern.
Pühringer: Das ist zu wenig, aber einer von mehreren Ansätzen. Politik der Reformen, die notwendig ist, kann man nur in einem bestimmten Tempo und in einer bestimmten Art durchführen. Ich denke dabei an Konrad Adenauer, der sagte: Politiker müssen den Menschen mutig vorangehen, aber immer nur in einer solchen Entfernung, dass sie von den Leuten noch gesehen werden. Wie ein Bergführer, der auch seine Gruppe nicht allein lassen darf … Das höllische Tempo dieser Reformen, etwa Pensionen, das war das Problem. Dazu die Abfangjäger, die uns immer wieder zum Problem im Lande wurden. Dann die Voest. Dann die Wohnungen noch zuletzt. Das alles hat die landespolitischen Dinge so zugedeckt.

NEWS: Muss die ÖVP um den Landeshauptmannsessel von Oberösterreich zittern?
Pühringer: Es haben alle anderen Parteichefs Erklärungen abgegeben, dass Landeshauptmann Pühringer nicht zur Disposition steht. Nichts anderes weiß ich.

NEWS: Es geht um den Landesratssitz für die Grünen.
Pühringer: Ich rede mit allen Parteichefs. Noch diese Woche unter vier Augen. Am 23. Oktober ist die konstituierende Sitzung des Landtags. Und ich sage: Es ist Schwarz-Grün nicht auszuschließen!

NEWS: Kann ein schwarz-grünes Modell in Oberösterreich Beispiel für die Bundesebene sein?
Pühringer: Durchaus!

Die komplette Story finden Sie im neuen NEWS!

1.10.2003 15:53