Dienstag, 30. September 2003

Nach Wahlen: Glawischnig sieht Schwarz-Blau als "totes Projekt"

  • "VP-FP-Koalition leiden unter totalen Lähmung"
  • Bundesvorstands-Sitzung am Mittwoch ab 10 Uhr

Harte Kritik an der Bundesregierung kommt von den Grünen: Die stellvertretende Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig erklärte im Gespräch mit der APA, die ÖVP-FPÖ-Regierung sei praktisch ein "totes Projekt". Sichtbar werde eine "totale Lähmung" und in den Koalitionsparteien wisse keiner, wie es weiter gehen werde. Die beiden Urnengänge hätten für schwarz-blau eine "inhaltliche Abfuhr" gebracht. Dagegen seien die Themen, für die die Grünen eintreten, massiv gestärkt worden.

Die Grünen werden sich am Mittwoch, um 10.00 Uhr in einem Bundesvorstand an ihren Erfolgen bei den Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich erfreuen. Dabei werde man die eigenen "Erfolgsfaktoren" analysieren, aber auch über die "Hilflosigkeit" der Koalition und die Konsequenzen daraus beraten.

"Abfuhr" für die ÖVP
Trotz der prozentuellen leichten Gewinne der ÖVP habe die Volkspartei in Wahrheit stimmenmäßig eine "Abfuhr" erlitten, meinte Glawischnig. "Vorwiegend der Schüssel-Grasser-Kurs, wo es nicht um Vorteile für Österreich geht, sondern um reine Parteiinteressen", habe eine Niederlage erlitten. "Die Leute haben das durchschaut". Es stimme ja überhaupt nicht, wenn Bundeskanzler Wolfgang Schüssel so tue, als hätte nur er Konzepte anzubieten, die er als notwendig für das Land bezeichne. "Die Herbstarbeit, die Schüssel und Haupt vorstellten, das war ja ein Witz. Da ist überhaupt keine Innovation und keine Reformkraft dahinter."

Wie es derzeit aussehe, seien ÖVP und FPÖ nach den Wahlniederlagen "noch mehr aneinander gekettet". Dabei sei zu beachten, dass die FPÖ-Themen "absolut out sind". Wenn "das so weiter dahin dümpelt", würden die nächsten Landtagswahlen in Salzburg und Kärnten im März nächsten Jahres zu weiteren Niederlagen für Schwarz-Blau führen. (apa/red)

30.9.2003 10:07