Montag, 29. September 2003

Tirol-Wahl: VP holt Absolute, bleibt aber unter 50 %

  • Starke Gewinne für die Grünen, SPÖ ebenfalls deutlich im Plus
  • FPÖ fährt deutliches Wahldebakel ein: Minus 11,7 Prozentpunkte

Ein Wahlziel konnte sich die Tiroler ÖVP erfüllen, ein anderes verpasste LH Herwig van Staa knapp: Laut dem vorläufigen Endergebnis der Tiroler LT-Wahl konnten sich die Schwarzen zwar die Absolute, die sie 1999 erstmals verloren hatten, zurück holen, man blieb jedoch hauchdünn unter der "Schmerzgrenze" von 50 Prozent, die letztmals Van Staas Schwiegervater Eduard Wallnöfer überschritten hatte. Ein Debakel setzte es für die FPÖ, sie fiel auf Platz vier zurück. Grüne (plus 7,4) und SPÖ (plus 4,2) konnten deutlich zulegen. Überschattet wurde die Wahl von einer katastrophal schlechten Beteiligung von nur 60,3 Prozent. Ein Minus von 20,2 Prozent gegenüber der letzten Wahl 1999, bei der allerdings noch Wahlpflicht geherrscht hatte.

  • ÖVP erobert die Absolute
    Bis zu 55 Prozent hatten Meinungsforscher der ÖVP vor der Wahl prognostiziert, tatsächlich geworden sind es nun 49,9 Prozent, ein Plus von 2,7 Prozentpunkten und damit die Rückeroberung der Absoluten. Seit 1945 hatte die Tiroler VP alleine regiert, erst bei der letzten Landtagswahl 1999 war man unter die 50-Prozent-Marke an Mandaten gerutscht. In selbigen ausgedrückt gewinnt die ÖVP um zwei auf 20 Mandate. Als "Schmerzgrenze" hatte LH Herwig van Staa vor der Wahl 50 Prozent genannt.

  • SPÖ steigert sich auf 25,9 Prozent
    Die Tiroler SPÖ, die sich im vergangenen Jahr seit den Turbulenzen um den Abgang von Parteichef Herbert Prock wieder stabilisieren konnte, legte um 4,2 Prozentpunkte auf 25,9 Prozent der Stimmen zu. Hannes Gschwentner und sein Team erreichen damit nun neun Mandate, ein Plus von einem Mandat.

  • Grüne überholen FPÖ deutlich
    Mit 15,5 Prozent und einem Plus von 7,4 Prozentpunkten konnten Georg Willi und sein Team in Tirol einen unerwartet klaren Erfolg verbuchen. Künftig sind fünf Grüne im Tiroler Landtag vertreten, zwei mehr als bisher.

  • FPÖ stürzt unter 10 Prozent ab
    Willi Tilg wollte es unbedingt verhindern, dennoch stürzten seine Trioler Blauen als einzige künftige Tiroler Landtagspartei mit 8,0 Prozent auf ein einstelliges Ergebnis. Das Minus von 11,6 Prozentpunkten bescherte auch ein Minus von fünf Mandaten auf nun zwei Landtagssitze.

  • KPÖ legt "deutlich" zu
    Für die Tiroler Kommunisten gab es nach 0,1 Prozent vor vier Jahren nun 0,7 Prozent und damit einen "deutlichen" Anstieg. (ehr)

    29.9.2003 15:15