Haider nach FP-Debakel: Haupt muss klarere Linie fahren
- Und: Finanzminister Karl-Heinz Grasser "zurückpfeifen"
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FPÖ-Debakel: Was sagen Sie dazu?
"Ich dränge mich auch nicht auf, wieder die Bundes-FPÖ zu übernehmen", so Jörg Haider am Montag. Mit Ratschlägen an die und Kritik an der FPÖ und Herbert Haupt hält Kärntens LH allerdings nicht hinterm Berg. Der Parteichef müsse nun endlich eine klarere Linie fahren. Und auch Finanzminister und Ex-FPler Karl-Heinz Grasser bekommt sein Fett ab, er müsse "zurückgepfiffen" werden.
Haider hat in "Standard" und "Kurier" scharfe Kritik an den von den Freiheitlichen ins ÖVP-Regierungsteam gewechselten Grasser geübt. Das Ergebnis der Landtagswahlen in Oberösterreich und Tirol sei ein "Debakel für die gesamte Koalition". Schuld daran sei vor allem Grasser, "der der Bundesregierung seine neoliberale Politik aufzwingt". Der Abwärtstrend der FPÖ könne nur gestoppt werden, "wenn wir dieser neoliberalen Politik eine klare Linie entgegensetzen. Über eines muss sich die Regierung klar werden: Grasser muss zurückgepfiffen werden", so Haider im "Standard".
Im "Kurier" bezeichnet Haider Grasser als "Klumpfuß" und damit eine "Belastung für die Koalition". Der Ex-FPÖ-Chef: "Denn die Globalisierung, für die er sich stark macht, will in Wirklichkeit niemand im Land".
Druck übt Haider im "Standard" auf Haupt aus. "Ich wage keine Prognose mehr, ob die Ankündigungen einer klareren Linie durch den Parteiobmann auch zu entsprechenden Handlungen führen". Ob das eine Kritik an Haupt se? - Haider: "Wenn wir ihn fragen, etwa zur Voest-Problematik, Stehst du einen härteren Kurs durch? und am nächsten Tag war es wieder anders, dann kann das nicht funktionieren. Das muss sich in der FPÖ aufhören".
Haupt gegen personelle Konsequenzen
Haupt ist gegen personelle Konsequenzen in OÖ und Tirol, weil man "nicht gegen jene vorgehen darf, die mithelfen, den Karren aus dem Dreck zu ziehen". Der burgenländische FP-Obmann Salzl stellte aber bereits am Wahlabend Parteichef Haupt in Frage. Kommt jetzt das große Köpferollen in der FP? Generalsekretärin Bleckmann sagt Nein! Klubobmann Scheibner will ebenfalls eine Personaldiskussion verhindern.
Haupt kritisiert Wahlkmapfstil
Es sei ein "verheerender Irrtum gewesen, den Wahlkampf zu führen, ohne die SPÖ anzugreifen. Rot-schwarze Proporz-Regierungen sind gleichermaßen die Feinde der FPÖ", meint FP-Chef Haupt. Die FPÖ sei ihrer Stärke nach nun wieder dort, wo sie zwischen 1986 und 1991 gewesen ist. "Wir haben ein großes Stück Arbeit vor uns, wir dürfen nicht glauben, dass das von einem Tag auf den anderen zu erledigen sein wird", ist der Parteichef überzeugt.
Salzl stellt Haupt als FPÖ-Chef in Frage
Angesichts der Wahlniederlage der FPÖ hat der burgenländische FPÖ-Obmann Stefan Salzl Herbert Haupt als FPÖ-Bundesparteiobmann in Frage gestellt. Man müsse darüber reden, ob Herbert Haupt neben seinen Funktionen als Vizekanzler und Sozialminister auch in der Lage sei, als Parteiobmann weiter zu machen - oder ob es hier nicht eine bessere Lösung gebe, sagte Salzl. Ob er sich damit Jörg Haider an die Parteispitze zurückwünscht, wollte Salzl noch nicht dezidiert sagen.
Bundes-FPÖ hat laut Strutz "akuten Handlungsbedarf"
Der Kärntner FPÖ-Obmann Martin Strutz stellte am Montag zu den massiven Verlusten bei den Landtagswahlen in Tirol und Oberösterreich fest, dass die Bundes-FPÖ "akuten Handlungsbedarf, sowohl in inhaltlicher als auch in personeller Hinsicht" habe. "Die Ergebnisse sind katastrophal und man kann den Ergebnissen überhaupt nichts Positives abgewinnen", stellte der Kärntner FPÖ-Chef fest. Wenn man allerdings in den Bundesparteigremien auf Landeshauptmann Jörg Haider und "die Stimmen der FPÖ-Kärnten" gehört hätte, wäre das nicht passiert.
(apa/red)
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