Sonntag, 5. Oktober 2003

Wende: Dichand-Sohn könnte WAZ-Anteil an Krone kaufen

  • WAZ hält derzeit 50 Prozent - Hans Dichand hält die ander Hälfte
  • Michael Dichand: "Das Geld dafür habe ich"

Michael Dichand, Sohn von "Krone"-Chef Hans Dichand, kann eigenen Aussagen zufolge "jederzeit 50 Prozent der 'Kronen Zeitung' kaufen", wie er im Interview mit dem Nachrichtenmagazin "profil" sagt. Er sei bereit, den 50-prozentigen Anteil der WAZ-Gruppe am Kleinformat zu übernehmen. Die andere Hälfte der "Krone" liegt bei Hans Dichand.

"Das Geld dafür habe ich", sagt Michael Dichand. "Das brauche ich ja Ihnen nicht beweisen. Ich brauche es nur dem zu beweisen, der mir diesen Anteil verkaufen kann. Von wem ich das Geld habe, werde ich Ihnen sicher nicht erzählen."

Dichand senior und die WAZ liefern sich seit Monaten einen erbitterten Kampf um die "Kronen Zeitung". Zuletzt gipfelte der Streit in der Ankündigung der WAZ, Dichands Abberufung als Hauptgeschäftsführer vor einem Schweizer Schiedsgericht zu beabsichtigen.

Ausgelöst wurde die jüngste Eskalation durch Aussagen Michael Dichands, wonach die WAZ in Südosteuropa in Geschäfte mit der "Balkan-Mafia" verwickelt sei. Diese Aussagen seien "hochgekocht" worden, sagt Michael Dichand nun im "profil". Primär sei ihm "Ökostrom" ein Anliegen, was auch in dem Interview - mit dem Medienfachmagazin "Der österreichische Journalist" - gestanden sei. "Herr Hombach und die WAZ waren nur ein Nebensatz."

Mit seinem Vater habe er nicht über das Interview gesprochen, "weil ich nicht das Risiko eingehen will, dass er mir etwas verbietet". Ein Vorwurf der WAZ lautet, dass Dichand senior sehr wohl informiert war, dass sein Sohn die nach Ansicht der Deutschen verleumderischen und rufschädigenden Aussagen tätigen werden. Dazu Michael Dichand: "Mein Vater mischt sich schon lange nicht mehr in mein Leben ein. Das wär ja auch ein bissl seltsam." (APA/red)

5.10.2003 14:24