Freitag, 3. Oktober 2003

Herbstferien? In Vorarlberg startet Pilotprojekt

  • Testlauf an Pflichtschulen von Bildungsministerium gebilligt
  • Umfrage an Schulen zeigt große Skepsis in Oberösterreich

In die jedes Jahr mit dem Fallen der Blätter wiederkehrende Diskussion um die Einführung von Herbstferien kommt heuer erstmals Bewegung. Der Vorarlberger Schul-Landesrat Siegi Stemer (VP) will mittels eines Pilotprojekts durch das Streichen anderer schulfreier Tage an den Pflichtschulen im Ländle "rund um den Nationalfeiertag" eine Woche Herbstferien erproben - Voraussetzung dafür sei aber die Zustimmung von Eltern- und Lehrervertretern.

Bei entsprechender Unterstützung der Schulpartner im Bundesschulbereich sei eine ähnliche Regelung mittels eines Schulversuchs auch an AHS und BMHS möglich, wofür Bildungsministerin Elisabeth Gehrer (VP) auch schon Zustimmung signalisiert habe, so Stemer am Freitag gegenüber der APA.

Nach dem Vorschlag Stemers soll die Anzahl der schulfreien Tage insgesamt gleich bleiben, aber besser verteilt werden. Als Ausgleich für die Woche Herbstferien soll an den derzeit freien Dienstagen nach Ostern und nach Pfingsten unterrichtet werden. Darüber hinaus würden von den den Schulen zur Verfügung stehenden schulautonomen Tagen zwei gestrichen, wegfallen würde außerdem ein bisher von der Behörde zu vergebender schulfreier Tag. Die Sommerferien bleiben unangetastet.

Skepsis in Oberösterreich
In Oberösterreich herrscht, was eine durchgehende Woche Herbstferien betrifft, eher Skepsis, vor allem bei den Eltern, aber auch bei den Lehrern. Man ist mehrheitlich für die Beibehaltung der derzeitigen Regelung, die den Schulen mehr Spielraum bei der Festlegung von einzelnen freien Tagen gibt.

Fritz Enzenhofer, Präsident des Landesschulrates in OÖ, verweist auf Erfahrungen der vergangenen Jahre: Hier ergab sich auf Grund des Kalenders die Möglichkeit, dass Schulen im Oktober eine ganze Woche freigeben konnten. Nur etwa zehn Prozent der Schulen machten davon Gebrauch und selbst in diesen Fällen gab es von den Eltern negative Reaktionen, weil sie Probleme mit der Beaufsichtigung der Kinder hatten, berichtete Enzenhofer. (APA/red)

3.10.2003 11:33