Wahl-Debakel: Salzburger FPÖ sauer auf Bundespartei
- Neue Chefin: Parteiführung reagiert "unglücklich und trotzig"
- FP-Historiker Höbelt: Hoffentlich ist Haider bald "politisch unter der Erd'"
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Gusenbauer zu OÖ: 'Bleibe gelassen'
Es brodelt in der FPÖ! Nach dem Wahl-Debakel von Tirol und OÖ gibt es jetzt die ersten Konsequenzen: In der Stadt Salzburg trat Parteichef und Vizebürgermeister Siegfried Mitterdorfer zurück und übergab an Klubobfrau Doris Tazl. Diese hatte zum Einstand sofort heftige Kritik an der Bundespartei parat: Haupt und Co. hätten auf den Bruch von Schwarz-Blau I "unglücklich und trotzig reagiert". FP-Historiker Lothar Höbelt, früher Weggefährte Jörg Haiders, sieht nun in dessen Rücktritt die einzige Chance für Blau (siehe Kasten rechts).
Beim außerordentlichen Bezirksparteitag der FPÖ Salzburg-Stadt wurde am Donnerstagabend einstimmig Klubobfrau Doris Tazl (38) zur Spitzenkandidatin für die Kommunalwahlen im März 2004 gewählt. Vizebürgermeister Siegfried Mitterdorfer (61) hatte zuvor erklärt, nicht mehr antreten zu wollen.
Die neue Spitzenkandidatin wurde von den Delegierten auch einstimmig zur geschäftsführenden Bezirksobfrau gewählt. Unter dem Eindruck des "desaströsen Wahlergebnisses" in Tirol und Oberösterreich habe er sich entschlossen, nicht mehr zu kandidieren, begründete Mitterdorfer. "Wir brauchen einen neuen Hoffnungsträger." Sein politisches Vermächtnis heiße Doris Tazl, erklärte Mitterdorfer den überraschten Delegierten im Kongresshaus.
Es könne nicht dabei bleiben, dass der größte politische Gegner der FPÖ die FPÖ sei und das "dritte Lager zur vierten Kraft" werde, meinte Tazl. Es müsse Schluss sein mit "unglücklichen Versuchen, kritische Stimmen aus der Partei zu verbannen". "Viele Wähler erwarten ein Eingeständnis, dass der Bruch der Regierung ein schwerer Betriebsunfall war", meinte die bisherige Klubobfrau der FPÖ im Gemeinderat. Man hätte den Fehler eingestehen und sich entschuldigen müssen, analysierte Tazl. Doch die FPÖ habe "unglücklich und trotzig reagiert" und sei dafür vom Wähler bestraft worden. (APA/red)
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