Mittwoch, 1. Oktober 2003

Kreditkarten-Betrug floriert: 2,5 Millionen Euro Schaden im Jahr 2002

  • 90 Prozent der Täter kommen aus Ungarn

Im vergangenen Jahr registrierten die Kreditkartenunternehmen in Österreich 2,5 Millionen Euro Schaden, das sind um 14 Prozent mehr als 2001, berichtet das Internet-Fachmagazin "kripo-online". 90 Prozent der Kreditkarten- und Bankomatbetrüger würden derzeit aus Ungarn kommen, so Erwin Schuster, Chef der Fälschungsgruppe in der Wiener Kriminaldirektion 1.

Die Betrüger würden über gut organisierte Strukturen verfügen. Die Arbeit verteile sich auf Techniker, Datenbeschaffer, Fälscher und Einkäufer. Sie erhalten die Kreditarten samt Einkaufsliste und machen sie zu Geld. Über die Organisationen im Hintergrund wissen sie kaum etwas. Den Experten zufolge wird es immer einfacher, Karten zu fälschen: Computerfreaks bauen die Ausrüstung selbst, ein Magnetstreifenkopiergerät sei im Handel um rund 100 Euro erhältlich.

Walter Bödenbauer von Europay Austria kritisierte vor allem das Geschäftspersonal. Drei Viertel aller heimischen Geschäfte seien mit den diversen Kreditkartenunternehmen direkt verbunden. Die Angestellten würden glauben, dass mit dem Auslesen der Karte am Online-Gerät und der Autorisierung durch das Kartenunternehmen, die Karte als echt einzustufen sei.

Dabei geschehe hier nur die Prüfung, ob die Kartennummer existiert, das Verfallsdatum in Ordnung ist und ob es ein belastbares Konto gibt. Die Echtheit der Karte und die Identität des Inhabers werden nicht bestätigt. Das Verkaufspersonal müsse die Sicherheitsmerkmale kennen und überprüfen, die Unterschriften vergleichen und nachsehen, ob die Kartennummer mit jener auf dem Beleg übereinstimmt.

Einen Schritt in die richtige Richtung sieht Bödenbauer darin, dass künftig die Fälschung "unbarer Zahlungsmittel" strafbar sei. Der Gesetzesentwurf wurde im August zur Begutachtung versandt.

(apa)

1.10.2003 11:33