Bombenexplosion in Salzburg: Kein gerichtliches Nachspiel
- "Kein Fremdverschulden" - Verletzter Entminungsspezialist ist nicht erblindet
- Wer Sondierungskosten zahlt, steht noch nicht fest
·Flieger-Bombe
BILDER: Tod beim Entschärfen!
Juli: Eine gewaltige Explosion einer Fliegerbombe in Salzburg tötet zwei Mitarbeiter des Entminungsdienstes und verletzt einen schwer. Jetzt ist klar: Der Vorfall hat kein gerichtliches Nachspiel. Die Staatsanwaltschaft Salzburg, welcher der Prüfbericht des Innenministeriums zu dem Vorfall vorliegt, "hat kein Fremdverschulden festgestellt".
Das Verfahren wurde eingestellt.
Verletzter nicht erblindet
Auf dem Weg der Besserung befindet sich mittlerweile der Entminungs-Spezialist Franz Sadecky, der die Explosion der 250 Kilogramm schweren Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg mit schwersten Gesichtsverletzungen überlebt hatte. Der 49-Jährige soll Mitte Oktober aus dem Wiener Lorenz-Böhler-Krankenhaus entlassen werden. Erste Berichte, wonach der verheiratete Vater einer Tochter erblinden würde, hätten sich nach Auskunft der Ärzte nicht bestätigt, erklärte Gerald Hesztera, Sprecher des Bundeskriminalamtes Wien. Die Sehfähigkeit sei aber noch beeinträchtigt. "Er ist psychisch sehr stark, er hat den Willen, dass es besser wird."
Stadt Salzburg will Refundierungen für Kosten
Noch nicht geklärt ist der Rechtsstreit zwischen Stadt Salzburg und dem Bund über die Berge-, Sondierungs- und Transportkosten von Kriegsrelikten.
Wie berichtet, strebt das Innenministerium eine gerichtliche Entscheidung an. Die Finanzprokuratur hat im August einen Vergleich mit der Stadt platzen lassen. Ob das Verfahren weiter geht, werde sich allerdings erst im November entscheiden, sagte Salzburgs Umweltkoordinator Wilfried Althuber.
Derzeit gebe es Gespräche auf Beamtenebene. Der Bund prüfe noch Rechnungen in der Gesamthöhe von 870.000 Euro, die die Stadt dem Zivilgericht vorgelegt hatte.
(apa, red)
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