Donnerstag, 25. September 2003

TU: Roboter sollen Minen suchen & Zigaretten holen

  • Wissenschafter wollen 80 cm großen zweibeinigen Robo bauen
  • Teilnahme an Roboter-WM dient als Entwicklungsstufe

Wenn der Organisator und Veranstalter der Roboter-Fußball-Weltmeisterschaft Univ.-Prof. Peter Kopacek vom Institut für Handhabungsgeräte und Robotertechnik der Technischen Universität (TU) Wien über seine Erwartungen spricht, dann geht es nicht um viele Tore oder den WM-Titel für eine seiner Mannschaften. Er träumt vielmehr von intelligenten Robotern, die auf zwei Beinen selbstständig durch unwegsames Gelände stapfen, dabei Landminen aufspüren und auch gleich entschärfen. "Und wenn er's nicht schafft, dann ist auch nichts verloren", meint Kopacek.

Von solchen Robotern ist man allerdings noch weit entfernt. Dennoch arbeiten die Wissenschafter daran. "Derzeit formulieren wir gerade einen Forschungsantrag für 'Archie', einen 80 Zentimeter großen zweibeinigen Roboter", berichtet Kopacek. Sollte der Antrag noch heuer genehmigt werden, könnte "Archie" in drei Jahren gehen, und zwar nicht mit vier Kilometer pro Stunde (km/h) wie seine lebenden Vorbilder aus Fleisch und Blut, sondern mit zwölf km/h.

Sechs Stunden lang sollte er sich autonom fortbewegen können, was noch einige Verbesserungen in der Energieversorgung erfordert. Halbwegs intelligent sollte er sein, meint Kopacek weiter, und ein paar Sätze von sich geben können, Schuhgröße 60 wird er haben ("wegen der Stabilität") und zwei Hände mit je drei Fingern, "weil fünf wie der Mensch, das ist Luxus".

Hardware existiert noch nicht
Die Probleme liegen einerseits in der Hardware, etwa spezielle Mini-Kameras, die noch nicht am Markt angeboten würden, andererseits in der Software. "Wir brauchen mathematische und Regelungstheorien, die es noch nicht gibt", sagte Kopacek. Um diese Theorien zu entwickeln, "spielen" die TU-Wissenschafter Roboter-Fußball. Bei der Steuerung von sieben oder gar elf "Blech-Kickern" stößt man schnell an die Grenzen des Möglichen.

Robo-Rasenmäher oder -Staubsauger, die bereits im Handel angeboten werden, hält der TU-Wissenschafter für "müde Vorstufen". Das ganze Gebiet entwickle sich aber derart rasch, dass Kopacek schon in den nächsten drei bis fünf Jahren mit intelligenter maschineller Unterstützung rechnet, die auch für Endverbraucher geeignet ist. "Die werden noch nicht unglaublich intelligent sein, aber ums Eck um Zigaretten schicken wird man sie schon können,", so Kopacek. (apa/red)

Weitere Informationen:

  • Website Technikum Wien

    25.9.2003 16:53