Mittwoch, 24. September 2003

"Silver Surfer": Internet-Offensive für Senioren

  • Seniorenrat und Telekom Austria entwickeln spezielle Produkte
  • Eigene Website für ältere Menschen wird gestartet

Nur fünf Prozent der Internet-User gehören derzeit der "60+"-Generation an. Um auch älteren Menschen mit weniger PC-Erfahrung den Zugang ins Netz zu erleichtern, haben der Österreichische Seniorenrat und die Telekom Austria eigene Produkte entwickelt. Diese wurden in Wien zusammen mit einer eigens für ältere Menschen designten Website vorgestellt.

"Ein Drittel der Österreicher ist älter als 50 Jahre. Diese Gruppe hat aber die Hälfte der Kaufkraft", sagte der Präsident des Seniorenrates, Karl Blecha. Deshalb sei es dringend nötig, dass ältere Menschen von der PC-Industrie nicht mehr stiefmütterlich behandelt werden, was derzeit noch ihre Entfaltungsmöglichkeiten hemme.

Laut dem Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx entsteht eine neue "ältere Generation". Die "Silver Surfer" hätten zwar Zeit, um ins Netz zu gehen, Technik und Bedienung sind aber sehr oft auf jüngere Menschen zugeschnitten. Dies könne zu einer zwei Klassen- Gesellschaft führen, wenn die Industrie nicht rechtzeitig geeignete Hard- und Software anbietet.

"StartBox" mit Funktastatur
Wer einfach nur surfen und E-Mails verschicken will, kann sich für die "StartBox" entscheiden. Ein kleiner Kasten mit Telefonverbindung wird einfach an den Fernseher angeschlossen. Die Bedienung erfolgt über eine Funk-Tastatur. Wer einen vollwertigen PC sein Eigen nennen will, kann zum "Aon Sorgenlos Paket" greifen. Computer, Monitor und Drucker werden geliefert und von einem Techniker installiert.

Speziell für Senioren wurde die Site konzipiert, die ab 1. Oktober online gehen soll. Neben der Übersichtlichkeit wurde besonderer Wert auf regionale Inhalte gelegt, erklärte Echonet-Geschäftsführer Marcin Kotlowski. Menschen mit Sehbehinderung können etwa den Kontrast individuell wählen. (apa)

24.9.2003 14:26