Mittwoch, 24. September 2003

Alexander: Die Betrugsanklage

Michael Neumayer, Peter Alexanders Sohn muss vor Gericht: Der Staatsanwalt wirft ihm und Partnern Betrug vor.

Zu Beginn der Affäre wurde dementiert, abgestritten, heruntergespielt. Sogar von Verleumdung war die Rede, als NEWS im Herbst 2002 exklusiv über die 3,8-Millionen-Euro-Pleite (52 Millionen Schilling) von Peter Alexanders Sohn Michael Neumayer, 40, und dessen Firma „BVV-Immobilienverwaltungs GesmbH berichtete: „Es stimmt zwar“, sagte Michael Neumayer damals, „dass einige Schwierigkeiten aufgetaucht sind, es wird sich aber alles rasch aufklären und beruhigen. Wir kriegen das schon in den Griff.“

Unbedingte Haftstrafe? Genau ein Jahr später stellt sich heraus, dass Michael Neumayer leider nichts mehr im Griff hat und es auch nie hatte: Seine Firma ist seit März im Konkurs, mit seinen Partnern ist er zerstritten. Und nun, wenige Monate nach dem Tod seiner Mutter Hilde Alexander, zitiert ihn der Wiener Staatsanwalt Ronald Schön auch noch vor Gericht.

Die Anklage (st 42.155/01 b – 34) gegen ihn und zwei seiner ehemaligen Geschäftspartner in der Immobilienfirma lautet auf „betrügerische Krida“ und „vorsätzlichen schweren Betrug“ – Delikte, auf die eine unbedingte Haftstrafe zwischen ein und zehn Jahren steht.

Wann die Verhandlung vor einem Schöffensenat in Wien stattfinden wird, steht noch nicht fest. Derzeit liegt die 39-seitige Anklageschrift bei den Anwälten der Beklagten. Ihnen steht eine vierzehntägige Einspruchsfrist zu.

Der Absturz. Begonnen hat das Desaster um Michael Neumayer im Jahr 1999. Der ehemalige Bankangestellte hatte damals jeden Halt verloren. Sein Job als Bankangestellter war weg, seine Ehe ging zu Bruch, selbst mehrmalige Aufenthalte in Kalksburg konnten ihn nicht von der Alkoholsucht befreien. In dieser Phase lernte er den Wiener Kaufmann Alfred Boden kennen. Der gab ihm einen Job, stellte ihm anfänglich sogar einen Dienstwagen zur Verfügung.

Am 29. Juni 1999 stieg Neumayer sogar als Hauptgesellschafter (67 Prozent) und persönlich haftender Geschäftsführer in die BVV-Immobilienverwaltungs GesmbH ein. Ein tödlicher Fehler, wie heute feststeht. Die BVV war zu diesem Zeitpunkt schon in schweren finanziellen Turbulenzen: „Ab 1998“, heißt es in der Anklageschrift, „wies die BVV ein buchmäßig negatives Eigenkapital aus, und die Liquiditätssituation verschlechterte sich weiter.“ Michael Neumayer will von all dem nichts gewusst haben: „Wirklich gekümmert habe ich mich um die geschäftlichen Belange der Firma nie“, sagte er im NEWS-Interview.

Die ganze Story lesen Sie im neuen NEWS

24.9.2003 16:22