Samstag, 27. September 2003

Recht auf Teilzeit: FPÖ will Anspruch für alle

  • Eigentlich nur für Betriebe mit 20 Mitarbeitern oder mehr vorgesehen
  • SPÖ will den Vorstoß unterstützen

Teilzeit-Arbeit: Soll jeder ein Recht darauf haben? Geht es nach der FPÖ, dann ja: Bis zum Schulantritt des Kindes soll jeder Arbeitnehmer kürzer arbeiten dürfen. Bisher gibt es diese Regelung nur für Mitarbeiter in Betrieben mit mehr als 20 Angestellten. Die SPÖ will den Vorstoß unterstützen.

"Ein Recht auf Teilzeit hat nur Sinn, wenn niemand davon ausgeschlossen wird", sagt der FP-Sozialsprecher Dolinschek. Prinzipiell ist vorgesehen, eine Regelung am kommenden Dienstag im Ministerrat zu beschließen und kommendes Jahr in Kraft treten zu lassen.

Das Recht auf Teilzeitarbeit bis zum Schuleintritt des Kindes sei ein wesentlicher Schritt hin zu einer Verbesserung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, meint die FPÖ. Ob Teilzeitarbeit einem Betrieb zumutbar sei, habe keineswegs etwas mit der Anzahl der im Betrieb beschäftigten Mitarbeiter zu tun, sondern mit der spezifischen Tätigkeit der Arbeitnehmer.

Außerdem würde sich der Anreiz für junge Menschen mit Kinderwunsch, in Kleinbetrieben zu arbeiten, drastisch reduzieren.

Das Gesetz solle den Rahmen für Recht auf Teilzeit und die Rückkehr auf Vollzeitbeschäftigung abstecken - nach dem Vorbild "Recht auf Urlaub" oder "Recht auf Familienhospizkarenz".

SPÖ hilft
SPÖ-Frauenchefin Barbara Prammer begrüßt die Forderung von FPÖ-Sozialsprecher Sigisbert Dolinschek, dass das Recht auf Teilzeit bis zum Schuleintritt des Kindes für alle gelten soll. "Wir werden der FPÖ im Parlament Gelegenheit geben, zu ihren Ankündigungen zu stehen", erklärte die SP-Abgeordnete in einer Aussendung.
(apa, red)

27.9.2003 13:35