FORMAT: Struzl dürfte voest-Chefsessel doch räumen
- 1,8 Millionen Euro Abfindung durch vorzeitige Vertragsauflösung
- Hochspannung vor Aufsichtsratssitzung am Montag
·voest-Aktionär
In NEWS: Scharin- ger für Struzl
·voest-Verkauf
ÖIAG bezifferte den Erlös zu hoch!
·voestalpine
Oberösterreichische Standortgarantie
Der wegen einem Insidergeschäft heftig unter Beschuss geratene Voest-Vorstandschef Franz Struzl dürfte nun doch seinen Sessel räumen. Vor der mit Spannung erwarteten Sitzung des voestalpine-Aufsichtsrats am Montag zeichne sich eine Einigung mit der ÖIAG ab, wie FORMAT in seiner neuesten Ausgabe schreibt. Die vorzeitige Auflösung seines Vorstandsvertrags Anfang 2004 soll Struzl eine Abfindung von rund 1,8 Mio. Euro bringen.
Pensionsansprüche würden dem Top-Manager jedoch keine ausbezahlt, weil für seine Zusatzrente eine Pensionskasse aufkomme, heißt es in dem Bericht.
Dicke Luft
Hinter den Kulissen soll zuletzt allerdings noch dicke Luft geherrscht haben. Denn laut FORMAT hatte ÖIAG-Vorstand Michaelis auf Druck von Finanzminister Grasser und ÖIAG-Aufsichtsratschef Heinzel angekündigt, Struzl solle bei seinem Abgang "keinen müden Cent" kriegen. Struzl selbst hätte darauf hin durchblicken lassen, den bereits für Anfang 2004 in Aussicht gestellten Rückzug noch einmal zu revidieren.
Streicher unterstützt Struzl
Auch voestalpine-Aufsichtsratschef Rudolf Streicher soll sich für Struzl exponiert haben. Streicher, so FORMAT, sei offensiv gegen die ÖIAG aufgetreten und habe klar gemacht, man könne Struzl nicht einfach ohne Abfindung in die Wüste schicken.
Seinen Wunsch, dass Struzl sofort geht, werde Streicher jedoch gegenüber dem Top-Manager und im Voest-Aufsichtsrat vermutlich nicht durchsetzen, schreibt FORMAT. Dort sei nämlich die Mehrheit für eine geordnete Übergabe an Nachfolger Wolfgang Eder und damit gegen einen Abschied von Struzl schon nächste Woche.
Die wahrscheinlichste Variante laut FORMAT: Der Vertrag des Voest-Chefs wird per Ende März 2004 aufgelöst, und Struzl geht bereits im Jänner, weil er noch 50 Tage Urlaub hat. Oder er bleibt sogar ein paar Monate länger.
(apa/red)
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