Donnerstag, 25. September 2003

Postabank an Erste Bank - "Mehr als Banken-Deal"

  • 400 Mio. Euro: BA-CA und GE Capital deutlich überboten
  • Für Ungarn höchster Privatisierungserlös seit fünf Jahren

Drei Minister waren dabei, als Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl den Vertrag zum Kauf der ungarischen Postabank - die Entscheidung fiel bereits im September - unterschrieb. Ungarns Regierung war durch den Finanzminister und den Außenminister vertreten, die den österreichischen Finanzminister dazu geladen hatten.

Knapp 400 Mio. Euro erlöst Ungarn für die letzte große Staatsbank, das ist die Hälfte der für 2003 erwarteten gesamten Privatisierungserlöse in diesem Land. So viel auf einen Schlag hat Ungarn in den letzten fünf Jahren bei keiner einzigen Privatisierung eingenommen.

Ungarns Finanzminister Csaba Laszlo sprach ebenso wie sein österreichischer Ressortkollege Karl-Heinz Grasser von einer "Win-Win-Situation" für alle, auch für die Kunden im ungarischen Bankgeschäft. Er stellte die Erste Bank in eine Reihe mit anderen internationalen Investitionsmultis: "Man sagt, was gut ist für General Motors, ist gut für Amerika." Und er meine, "was gut ist für die Erste Bank, ist gut für Ungarn".

Für Grasser, der auf ungarische Einladung der Zeremonie beiwohnte, "ist die Erste Bank der beste Partner, den die Postabank bekommen konnte". Bisher hätten österreichische Unternehmen rund 3 Mrd. Euro in Ungarn investiert, sagte Grasser. Und er gratulierte seinem ungarischen Amtskollegen ausdrücklich dazu, dass er für die Bank nun so viel Geld bekomme.

Wie berichtet ist der Kauf der Postabank für die Erste Bank relativ gesehen der bisher mit Abstand teuerste Bankenkauf in Osteuropa. Ungarns Finanzminister Laszlo sprach von einem "historischen Augenblick".
(apa, red)

25.9.2003 10:39