Mittwoch, 24. September 2003

Österreichs Fertigbaubranche trotzt Baukrise

  • Marktanteil der Fertigbauhäuser ist trotz sinkender Aufträge 2002 auf 33 Prozent gestiegen
  • Umsatzplus von 7 Prozent

Trotz sinkender Aufträge hat die österreichische Fertigbaubranche 2002 ein Umsatzplus von 7 Prozent auf 393,7 Mio. Euro erwirtschaftet. Grund für das Umsatzplus seien unter anderem Preiserhöhungen und der Trend zur Errichtung schlüsselfertiger Häuser, erklärte der Präsident des Europäischen Fertigbauverbands, Erich Weichselbaum, am Mittwoch in einer Pressekonferenz.

Im Jahr 2002 waren 5.684 der rund 17.000 errichteten Ein- und Zweifamilienhäuser Fertigbauhäuser, so Weichselbaum. Das bedeutet eine Steigerung des Marktanteils von rund 30 auf 33 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die 26 Mitgliedsfirmen des Österreichischen Fertighausverbands erzielten damit einen Umsatz von 393,7 Mio. Euro. 2001 waren insgesamt 18.071 Ein- und Zweifamilienhäuser gebaut worden, davon waren 5.741 Fertigbauhäuser.

Für den steigenden Umsatz sorgten unter anderem Preiserhöhungen, die 2002 mit dem Trend zu vermehrter Ausstattung der Fertigbauhäuser einhergingen: Ein Viertel der erstellten Häuser waren laut Weichselbaum schlüsselfertig und benötigten keinen weiteren Ausbau (Verfliesen, Tapezieren, etc.). Der Trend bei den heimischen Bauplanern gehe aber auch in Richtung größere Häuser, bestätigte Weichselbaum, wobei der Konsument aber weniger Geld ausgeben wolle. Zur Realisierung dieser gegensätzlichen Ansprüche würden daher bereits 66 Prozent aller Fertighauskäufer zu einem nicht schlüsselfertigen Ausbauhaus greifen.

Außerdem werden dem Österreichischen Fertighausverband zufolge immer mehr Aufträge aus dem öffentlichen Sektor an Land gezogen. Demnach entstehen in Österreich immer mehr kommunale Einrichtungen, wie Kindergärten oder Schulen, sowie mehrgeschossige Wohnhäuser in Fertigbauweise.
(apa, red)

24.9.2003 14:07