Mittwoch, 24. September 2003

Förder-Drosselung: Ölpreis steigt weiter an

  • Aktienmärkte in Europa und Asien belastet

Die Ölpreise sind am Donnerstag in Folge der überraschenden Drosselung der Opec-Fördermengen vom Vortag weiter gestiegen. Händler halten auch eine weitere deutliche Verteuerung für möglich. Der Präsident der Organisation Erdöl exportierender Länder, Abdullah el Attiyah, hat indes Vorwürfe über eine Irreführung der Marktteilnehmer zurückgewiesen.

Ein Barrel Brent zur Lieferung im November kostete am frühen Nachmittag 27,10 Dollar (23,6 Euro) und damit 43 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für leichtes US-Öl legte um 42 Cent auf 28,66 Dollar zu. Am Vortag waren die Preise nach dem Opec-Beschluss bereits um mehr als einen Dollar in die Höhe geschnellt. Die Entscheidung des Kartells belastete erneut auch die Aktienmärkte in Europa und Asien, weil die Anleger befürchten, höhere Energiekosten könnten den Konsum dämpfen und damit den erhofften Wirtschaftsaufschwung bremsen.

Die Ölminister der Organisation Erdöl exportierender Länder hatten sich am Mittwoch auf eine Drosselung der Fördermengen der zehn Opec- Länder (ohne Irak) um 900.000 Barrel (1 Barrel = knapp 159 Liter) auf 24,5 Millionen Barrel täglich ab 1. November geeinigt. Damit soll ein weiterer Verfall der Ölpreise verhindert werden und zwar auch dann, wenn die irakischen Ölexporte wie von der Opec erwartet bald wieder kräftiger sprudeln sollten.

Opec-Präsident Abdullah el Attijah hatte die Drosselung mit dem Ziel begründet, den Ölpreis nahe 25 Dollar je Barrel zu halten. Den Vorwurf einer Irreführung der Marktteilnehmer hat el Attijah zurückgewiesen. Das Rohstoffkartell habe sich zum Handeln entschlossen, nachdem ein Bericht einen kräftigen Anstieg der Ölvorräte im ersten Quartal prognostizierte. Üblicherweise würden sich die Ölvorräte in diesem Zeitraum verringern. Dieser Bericht sei der Ministerkonferenz nur wenige Stunden vor der Entscheidung am Mittwoch vorgelegt worden.

(apa)

24.9.2003 08:31