Kredite in Österreich: Jeder 5. ist in fremder Währung
- Großteil der Fremdwährungskredite in Schweizer Franken & Yen
- AK warnt: Riskant und bei Spesen Spitzereiter
Nach aktuellen Angaben der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB) beliefen sich die gesamten Ausleihungen der österreichischen Kreditinstitute an Nicht-Banken im Euroraum per Ende Juni 2003 in Summe auf 240,9 Mrd. Euro. Davon entfielen 195,8 Mrd. Euro auf Euro-Kredite und 45,1 Mrd. Euro auf Kredite in fremden Währungen, das sind 19 Prozent.
Der Großteil der Fremdwährungskredite entfiel mit 31,9 Mrd. Euro auf den Schweizer Franken, gefolgt vom japanischen Yen mit 9,8 Mrd. Euro und dem US-Dollar mit 3,0 Mrd. Euro. Auf die restlichen Währungen entfielen 0,4 Mrd. Euro. Der Anteil des Franken ist dabei innerhalb eines Jahres um 37 Prozent deutlich angestiegen, während Yen- (-50 Prozent) und Dollar-Kredite (-13 Prozent) zurück gingen.
Der große Boom bei den Fremdwährungskrediten dürfte in Österreich vorbei sein, hieß es bei der heutigen Pressekonferenz weiter. Finanzexperte Johann Massenbauer sieht die allgemeine Nachfrage nach Krediten um 15 bis 20 Prozent schwächer. Im selben Ausmaß - und somit "nicht wirklich" - sei auch die Nachfrage nach Fremdwährungskrediten zurückgegangen.
Für AK immer noch riskant und teuerKeine Entwarnung bei Fremdwährungskrediten gibt freilich die Arbeiterkammer (AK). "Grundsätzlich gilt bei einem Fremdwährungskredit: Wer sich einen Eurokredit nicht leisten kann, soll auch keinen Fremdwährungskredit aufnehmen", meint die AK am Dienstag in einer Presseaussendung. Die heutige "Entwarnung" von Seiten der Wirtschaftskammer sei nicht nachvollziehbar, heißt es.
Die Spesen bei einem Fremdwährungskredit seien höher als bei einem Eurokredit. Außerdem seien in den Verträgen die Klauseln sehr schwammig erläutert, etwa welche Kurse verrechnet werden. Dies habe ein AK-Test gezeigt. "Der Fremdwährungskredit ist sozusagen der Spesen-König für die Banken, aber Kreditnehmer zahlen die Zeche", so AK-Konsumentenschützer Harald Glatz. (APA/Red.)
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