Montag, 22. September 2003

ÖIAG-Rechenfehler: Erlös aus Voest-Verkauf um 6 Mio. Euro zu hoch beziffert

  • "Nur" 247 Mio. Euro statt bekannt gegebener 253 Mio. Euro

Bei der Berechnung des Erlöses aus dem Verkauf ihrer Voest-Aktien über die Börse ist der ÖIAG ein Fehler passiert. Mit 253 Mio. Euro hat die Staatsholding die Summe am vergangenen Freitag offiziell um rund sechs Mio. Euro zu hoch angegeben. Bei den Berechnungen wurde der "Sonderpreis" für voestalpine-Mitarbeiter vergessen, der den Verkaufserlös in mehrfacher Millionenhöhe geschmälert hat.

An der Börse wurden insgesamt rund 7,8 Millionen Voest-Aktien aus dem Bestand der ÖIAG platziert. Davon gingen rund 6,3 Millionen Stück zu je 32,50 Euro an Kleinanleger und institutionelle Investoren, was einen Erlös von knapp 205 Mio ausmacht. Weitere rund 1,5 Millionen Stück gingen zu je 28,28 Euro an die Voest-Mitarbeiter, was etwas mehr als 42 Mio. Euro einbrachte. Somit beläuft sich der Erlös aus dem zweiten Börsengang auf rund 247 Mio. Euro. Einschließlich der Einnahmen aus der Umtauschanleihe in der Höhe von 245,2 Mio. Euro hat die ÖIAG in Summe nicht wie am Freitag von ihr angegeben rund 498 Mio. Euro, sondern "nur" rund 492 Mio. Euro erlöst.

Der oberösterreichische SP-Chef Erich Haider hat am Montag seine Kritik an der Voest-Privatisierung wiederholt und betont dass es keinen österreichischen Kernaktionär gebe, da keiner der Aktionäre mehr als 25 Prozent kontrolliere. Die angekündigte Beschwerde bei der Finanzmarktaufsicht begründete er damit, dass die mehrheitlich dem Land Oberösterreich gehörende Technologie- und Marketinggesellschaft TMG trotz der Abgabe des Bestangebots nicht den Zuschlag erhalten habe. Er warf der ÖVP neuerlich vor, die Privatisierung "gegen jede Vernunft durchgepeitscht" und Vermögen "verschleudert" zu haben.

22.9.2003 14:20