Nein zur Lufthansa: Swiss wird 9. Mitglied der Oneworld-Allianz!
- Joint-Venture-Betrieb zwischen Schweiz und Großbritannien
- Flughafen Zürich soll neues Drehkreuz im Netzwerk werden
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Das monatelange Rätselraten über die Zukunft der angeschlagenen Schweizer Fluglinie Swiss ist beendet. Die Airline trat am 23. September der Luftfahrt-Allianz Oneworld um die British Airways (BA) bei. Sie ist das 9. Mitglied. Zunächst war erwartet worden, dass die Fluglinie von der Lufthansa übernommen wird.
Den Partner hat die Swiss gefunden, der notwendige Kredit in Höhe von 500 Mio. Franken (450 Mio. Euro) steht dagegen noch aus. British Airways übernimmt nur eine Garantie in Höhe von 50 Mio. Franken.
Nach der Entscheidung der Swiss, sich lieber der weltweit größten Flugallianz anzuschließen, halten sich in der Schweiz Kritik und Zustimmung die Waage. So spricht die Gewerkschaft des Swiss-Bodenpersonals GATA davon, dass eine große Chance vertan worden sei. Oneworld sei nur ein loser Verbund und es fehlten wichtige Voraussetzungen zum Kostensparen wie beispielsweise einheitliche Reservierungssysteme. Dagegen hätte die Zusammenarbeit mit der Lufthansa längerfristig eine sichere Existenz bedeutet.
Kritiker befürchten, dass die Lufthansa von ihrem neuen Terminal in München künftig mehr Flüge in die Schweiz anbietet. In einem Preiskrieg mit der Lufthansa habe die Swiss die schlechteren Karten und müsse sich auf Einbußen in Deutschland, ihrem zweitgrößten Markt, einrichten.
Höhenflug der Swiss-Aktie
Nach dem Beitritt zur Flugallianz Oneworld hat die Aktie an der Börse in Zürich zu einem Höhenflug angesetzt. Die Aktie schoss nach dem Ende der Handelspause um 25 Prozent auf 21,05 Franken in die Höhe. Zwei Tage, bevor der Deal bekannt gegeben wurde, war der Titel vom Handel ausgesetzt.
British Airways (BA) und Swiss haben den Angaben zufolge zudem eine Absichtserklärung unterzeichnet, welche die beiden Gesellschaften in eine strategische Allianz führen soll. Swiss-Konzernchef Andre Dose sagte auf einer Pressekonferenz in Zürich, mit der Genehmigung dieses Joint Ventures durch die Wettbewerbsbehörden werde in sechs bis acht Monaten gerechnet.
BA werde Start- und Landerechte der Swiss am Londoner Flughafen Heathrow erhalten und im Gegenzug eine Kreditgarantie über 50 Mio. Franken für die Swiss übernehmen, erklärte das Unternehmen. Auch die beiden heimischen Großbanken UBS und Credit Suisse hätten frisches Geld in Aussicht gestellt. Zugleich liefen Gespräche mit weiteren Kreditgebern, darunter auch Großaktionären.
Die Swiss war vor gut einem Jahr aus der zusammengebrochenen Swissair und der Regionalfluglinie Crossair entstanden. Größte Aktionäre sind der Bund mit 20,4 Prozent, die UBS mit 10,4 Prozent, der Kanton Zürich mit 10,2 Prozent sowie die Credit Suisse mit zehn Prozent des Aktienkapitals.
Swiss verliert 50 Mio. Franken pro Monat
Die Swiss verliert Schätzungen zufolge derzeit etwa 50 Mio. Franken pro Monat und steht unter erheblichem finanziellen Druck, weil die Milliarden, die Staat, Banken und Wirtschaft zum Erhalt der Fluggesellschaft aufgebracht hatten, langsam zur Neige gehen. Ohne neue Geldgeber hätten der Fluggesellschaft bald 500 Mio. Franken gefehlt und sie hätte den Betrieb einschränken müssen.
Der Flughafen Zürich soll ein neues Drehkreuz (Hub) im Netzwerk der globalen Allianz werden. Die Mitglieder hätten die Absicht, vermehrt Flüge über Zürich zu leiten und damit von den freien Kapazitäten und vom Komfort des Flughafens Zürich zu profitieren. (APA/Red.)
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