Montag, 22. September 2003

Nach der Rettung: Sparprogramm bei Alstom-Konzern

  • 7.000 der weltweit 110.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen
  • Schwarze Zahlen nicht vor 2005 erwartet

Der angeschlagene französische Industriekonzern Alstom ist gerettet, doch jetzt heißt es sparen: Nach der Rettung durch ein milliardenschweres Sanierungsprogramm hat der französische Konzern nun "harte Restrukturierungsmaßnahmen" angekündigt. 7.000 der weltweit noch 110.000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, 5.000 davon in Europa, so Unternehmenschef Patrick Kron (Bild) am Dienstag in "Le Monde". Der von der EU und den Gläubigerbanken gebilligte Plan sieht demnach jährliche Einsparungen von 500 Millionen Euro vor.

Der Alstom-Konkurrent Siemens mahnte angesichts der Staatsbeteiligung an dem Rettungsplan eine marktwirtschaftliche Lösung an. Am Montagabend hatten auch die ausländischen Gläubigerbanken das 3,2 Milliarden schwere Sanierungspaket genehmigt. Bei ausländischen Banken gab es nach Angaben aus Bankenkreisen zunächst noch Skepsis.

Der französische Staat beteiligt sich mit 800 Millionen Euro an dem Alstom-Plan, verzichtet aber auf Druck von Brüssel auf einen Einstieg in das Kapital des Energie- und Transportkonzerns.

Siemens warnt vor Staatshilfe
Siemens-Chef Heinrich von Pierer sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", er habe zwar Verständnis dafür, dass die Regierung in Paris eine "Industrieikone wie Alstom" nicht in Konkurs gehen lassen wolle. Allerdings müsse auf Dauer eine marktwirtschaftliche Lösung gefunden werden. "Es geht nicht, dass Konkurrenten mit Staatshilfe erhalten werden", wird von Pierer weiter zitiert. Über ein Interesse seines Konzerns die an Teilen Alstoms wolle er nicht spekulieren. "Wir beobachten die Situation".

Der Rettungsplan für Alstom muss noch von der Hauptversammlung am 18. November gebilligt werden. Kron räumte am Montagabend ein, dass die Ungewissheit über die Zukunft des Unternehmens zu Rückgängen beim Auftragseingang geführt habe. Auch im nächsten Jahr werde Alstom wahrscheinlich noch rote Zahlen schreiben. Erst für 2005/2006 hoffe er auf eine Rückkehr zu einer normaleren Situation. (APA/Red.)

22.9.2003 12:37