Montag, 22. September 2003

Brot & Gebäck teurer: Seit Oktober stiegen Preise um bis zu 5%!

  • Hohe Personalkosten & steigende Rohstoffpreise bringen Bäcker unter Druck
  • Milchprodukte werden ab Jänner 2004 teurer

Schlechte Nachricht für Konsumenten: Seit Oktober-Beginn wurden Brot und Gebäck um bis zu 5 Prozent teurer. Als Gründe nennt die Bäckerinnung die hohen Personalkosten sowie die steigenden Rohstoffpreise, die die Bäcker unter Druck bringen.

"Die Kostenwelle erfasst auch die Bäckereien. Konsumenten müssen mit Steigerungen von bis zu 5 Prozent rechnen", betonte der Bundesinnungsmeister der Bäcker, Heinz Hofmann. Bisher habe man immer versucht, Preisanpassungen für die Konsumenten so moderat als möglich zu gestalten. Die Kostensteigerungen würden die Bäcker aber zu Anpassungen zwingen.

So müssen die rund 2.000 Bäcker Preissteigerungen, insbesondere bei Personal, Energie, Mehl (rund 3 Euro / 100 kg Mehl, bei Roggen voraussichtlich noch mehr) und bei den Transportkosten, hinnehmen. Am Feingebäcksektor werden die Bäcker mit einer drastischen Verteuerung von Ei (Anstieg um mehr als ein Drittel in den letzten 4 Wochen), und, bedingt durch die hohen Ernteausfälle, von Zucker, Obst und Trockenfrüchten (plus 10 %) sowie anderen wichtigen Zutaten zu kämpfen haben, so Hofmann.

Ganz besonders unter Druck stehen die Bäcker aber bei den Personalkosten. "Die Bäcker sind ein sehr personalintensives Handwerk geworden. Der Bäcker ist nicht nur Produzent von Brot und Gebäck, sondern hat sich mit seinen Fachgeschäften auch zu einem Dienstleister für seine Kunden weiterentwickelt", betont der Bundesinnungsmeister.

Die Strukturuntersuchung der Bäcker 2002 zeigt diesen Trend deutlich: die Lohn- und Gehaltskosten sind in den letzten 8 Jahren von ca. 40 % auf 50 % angestiegen, wobei der Personalkostenanteil bei einzelnen Bäckern sogar über 60 % liegt. "Aufgrund dieser hohen Personaltangente wirkt sich jede Lohnsteigerung unmittelbar und massiv auf den Preis von Brot und Gebäck aus. Das gilt auch für die heurige Lohnerhöhung im Bäckergewerbe um durchschnittlich 1,7 %", resümiert Hofmann.

Auch die Vertriebskosten im Verkaufsgeschäft sind stark angestiegen. So beträgt ihr Anteil an den Nettoerlösen bereits 38 %. Vielfach rückläufige Umsätze pro Verkaufsstandort und ein Halten des Personalstandes führen zu diesem gewaltigen Kostenfaktor. Die Retourwarenanteile sind in den letzten Jahren durch die Sortimentserweiterungen und die Verlängerung der Ladenöffnungszeiten deutlich gestiegen. (APA/Red.)

22.9.2003 10:14