Samstag, 27. September 2003

0:1 vs. Mattersburg: Sturm-Boss Kartnig tobt wieder

  • "Glatte Arbeitsverweigerung", Strafen für Spieler angekündigt

Die schwache Leistung seiner Mannschaft bei der 0:1-Heimniederlage gegen SV Mattersburg hat Sturm Graz-Präsident Hannes Kartnig wieder einmal gewaltig in Rage gebracht. In einem ORF-TV-Interview kündigte Kartnig für Sonntag Vormittag (10.00 Uhr) eine Kopfwäsche an und drohte auch mit Konsequenzen. "Das war eine glatte Arbeitsverweigerung. Das war eine Gemeinheit, ich werde ihnen die Meinung sagen. Wenn's passt, schmeiße ich ein paar raus", schimpfte der Sturm-Präsident.

Kartnig sah sich die enttäuschende Partie nur bis zur 80. Minute an, verließ dann vorzeitig und verärgert das Schwarzenegger-Stadion. "Ich habe mir diese Leistung nicht mehr anschauen können. Sonst wäre ich noch runtergesprungen und hätte einigen Spielern noch auf dem Rasen die Meinung gesagt", so der Klub-Boss. "Die Spieler vertreiben uns die Leute, normalerweise müsste man den Zuschauern das Geld zurück geben."

Kartnig nahm seinen neuen Trainer Michael Petrovic in Schutz und die Spieler in die Pflicht. Der Neo-Coach war erst am 8. September als Nachfolger von Gilbert Gress verpflichtet worden und war mit zwei Unentschieden gegen Meister Austria Wien gestartet. "Der Trainer hat überhaupt keine Schuld. Wir sind keine Mannschaft, die Spieler haben kein Sturm-Herz, nur ein Geld-Herz. Das muss man ihnen austreiben. So geht das nicht. So lange ich Geld in den Klub investiere, lasse ich mich von den Spielern mit dieser Leistung nicht übers Ohr hauen", polterte er.

Der Vereinspräsident kündigte Strafen an ("Da können sie Gift drauf nehmen") und fordert Petrovic zum Handeln auf. "Das war ein Zweikampfverhalten wie Weinbergschnecken. Angsthasenfußball in Reinkultur. Da muss man jetzt was machen, einen Schnitt. Man muss zwei, drei Junge vorsetzen, damit die Alten wissen, woran sie sind", sagte Kartnig. (APA/red)

27.9.2003 19:25