Freitag, 26. September 2003

Nach langer Zeit: Meisterkampf wieder reine Wiener Angelegenheit?

  • Rapid enteilt der Konkurrenz, nur die Austria bleibt dran
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Wien ist wieder Österreichs Fußball-Hauptstadt! Tabellenführer Rapid und Titelverteidiger Austria haben am Sonntag im Gleichschritt gepunktet, die Konkurrenz verliert langsam den Anschluss an das Spitzenduo. Während die Hütteldorfer bei ihrem 2:1-Sieg in Pasching etwas von Glück und Schiedsrichter begünstigt waren, reichte der Austria daheim gegen Kärnten eine durchschnittliche Leistung für einen souveränen 3:0-Sieg.

Rapid hat den Pasching-Fluch erfolgreich abgelegt und die Oberösterreicher erstmals auch auswärts besiegt. Der Polster auf den Erzrivalen Austria beträgt vier Punkte, vom Titel will in Hütteldorf aber nach wie vor niemand sprechen. "Unser Ziel ist und bleibt der UEFA-Cup", stellte SCR-Kapitän Steffen Hofmann klar.

Aber nicht nur Steffen Hofmann (Torschütze zum 1:0 per Elfmeter), sondern auch Schiri und Namensvetter Louis Hofmann sorgte dafür, dass Rapid auf die Siegerstraße gelangte. Pasching-Stürmer Mayrleb wurde ein früher Treffer (2.) fälschlicherweise wegen Abseits aberkannt, wenig später entschied der Referee bei einem zumindest schwalbenverdächtigen Sturz von Prisc auf Elfmeter für die Gäste.

Austrias Offensivabteilung meldet sich zurück
In Wien-Favoriten schoss sich die nach dem 1:2 gegen Dortmund gescholtene Offensivabteilung den Frust von der Seele. Rushfeldt stellte per Kopf auf 1:0, der 85 Minuten auf der Bank schmorende Gilewicz donnerte in der Nachspielzeit als "Sahnehäubchen" einen herrlichen Volley in die Maschen (96.). "Wir haben endlich die entscheidenden Chancen verwertet", freute sich Trainer Joachim Löw, der aber noch lange nicht zufrieden ist.

Wieder Kritik an Vastic
Zu den Verlierern des Sonntagnachmittags zählten nicht nur die Kärntner (Torjäger Maric: "Es wird höchste Zeit, dass wir punkten"), denn der bemühte, aber glücklose Austria-Neueinkauf Ivica Vastic verspielt immer mehr Kredit beim Austria-Anhang.

"Ivo raus" forderten die violetten Fans und Löw erhörte sie, nahm den grippegeschwächten Vastic nach 55 Minuten vom Feld und die Zuschauer dankten mit "Ohne Vastic spielen wir richtig gut"-Sprechchören. "Ivo sind diesmal nicht viele Aktionen gelungen, es war in dieser Phase das Richtige, ihn aus dem Spiel zu nehmen", so Löw.

Pause für Flögel
Eine Woche Trainingspause wurde Austria-Mittelfeldspieler Thomas Flögel verordnet. Der ÖFB-Teamkapitän wurde von einem Ball wuchtig am Kopf getroffen und erlitt eine schwere Gehirnerschütterung. "Ich kann mich an nichts erinnern", meinte Flögel, der eine Stunde lang unansprechbar war und die Nacht von Sonntag auf Montag zur Kontrolle in der Döblinger Privatklinik verbrachte. Für die Partie am Freitag in Bregenz ist Flögel derzeit kein Thema.

(apa/red)

26.9.2003 14:56