Schumi-Sieg in Indy, aber WM-Entscheidung vertagt!
- Räikkönen verhinderte als Zweiter vorzeitigen Titelgewinn
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Michael Schumacher (Ferrari) hat am Sonntag in Indianapolis vom siebenten Startplatz aus den turbulenten USA-GP gewonnen, muss auf den sechsten WM-Titel aber trotzdem noch warten. Der Finne Kimi Räikkönen (McLaren-Mercedes) wurde mit 18,2 Sek. Rückstand Zweiter und vertagte damit die WM-Entscheidung bis zum Finale in zwei Wochen in Suzuka. Aus dem WM-Titelrennen ist hingegen Juan Pablo Montoya (Williams-BMW), der nach einem Katastrophen-Rennen und vier Boxen-Durchfahrten nur Sechster wurde.
Nur noch ein Punkt fehlt Schumacher damit zum historischen sechsten WM-Titel, mit dem er Juan Manuel Fangio überflügeln würde. Und den kann wohl nur noch ein Defekt in Japan verhindern, denn selbst bei einem Sieg von Räikkönen (derzeit 83 Punkte) würde dem Deutschen (92) dort schon Platz acht genügen.
Aus Dreikampf wird Zweikampf
Aus und vorbei ist hingegen der Titelkampf für Montoya, damit wird die WM zum 14. Mal in einem Zweikampf entschieden. Bei zehn Punkten Rückstand kann der Kolumbianer zwar noch mit Schumacher gleichziehen, auf Grund der Zahl an Saisonsiegen aber nicht mehr den Titel holen. Schumacher feierte in Indianapolis seinen bereits sechsten Saisonsieg, es war der 70. insgesamt.
"Ein großer und wichtiger Sieg. Es ist ein unglaublicher Tag. Mit neun Punkten Vorsprung nach Suzuka zu gehen ist fast ideal", sagte Schumacher nach dem turbulenten und phasenweisen fast schon chaotischen Rennen, in dem das Wetter, die Reifen und eine fragwürdige Entscheidung der Renn-Kommissare entscheidend war. Für einen hatte das Chaos auch etwas Gutes, denn Oldboy Heinz-Harald Frentzen fuhr im Sauber sensationell als Dritter auf das Podest. Ebenfalls kurios: In der 48. Runde lagen mit Frentzen vor M. Schumacher und Heidfeld drei Deutsche in Front.
Strafe für Montoya
Am Start hatte Schumacher zunächst das bessere Ende für sich, verbesserte sich auf Platz vier, während Montoya vom vierten auf den siebenten Rang zurückfiel. Doch Regen stellte zunächst alles auf den Kopf, Schumacher wurde auf Platz sechs durchgereicht, Montoya verbesserte sich auf Platz drei. Dann wurde der Regen abwechselnd stärker und wieder schwächer, das Klassement änderte sich praktisch von Runde zu Runde. Die Reihung in Runde 23: Coulthard vor Button, Frentzen, Wilson, Räikkönen, Alonso, M. Schumacher und Montoya.
In Runde 26 verhängte die Rennleitung eine "Drive through"-Strafe gegen Montoya. Der Kolumbianer hatte bereits in der dritten Runde Schumachers Teamkollegen Rubens Barrichello im Eifer des Gefechts von der Piste geschubst. Montoya fand sich nach der "Ehrenrunde" in den Boxen auf Platz elf wieder und verlor darob derart die Nerven, dass er auch noch mehrere Ausritte verzeichnete. Im Finish fuhr er zwar dann wieder schnell, mehr als Platz sechs war aber nicht mehr drin. Bei Schumacher blieb hingegen sogar eine Panne folgenlos. Als er in der 20. Runde an die Box fuhr, blieben die Trockenreifen drauf, gleich darauf begann es erneut zu Regnen und Schumi kam nur eine Runde später wieder herein.
Räikkönen macht's spannend
Trotzdem führte er bereits zur Halbzeit das Feld an und fuhr damit auf WM-Kurs, weil Räikkönen nur Vierter und Montoya Neunter war. Mit viel Kampfgeist kam der Finne aber noch auf Platz zwei und vertagte so ganz knapp die WM-Entscheidung.
Traurig war man bei BMW-Williams. "Das Rennen war superspannend, aber leider nicht für uns. Es ist alles schief gegangen", sagte Gerhard Berger. Der Ex-Motorsportchef von BMW weiter: "Zuerst die kaputte Tankanlage, dann auch noch die Strafe, das hat uns jegliche Chance genommen." Zur Strafe gegen Montoya meinte er: "Aus meiner Sicht war sie viel zu hart, speziell wenn es um die WM geht. Sie ist unverständlich." (apa/red)
