Inventur der Doping-Liste: Coffein und Pseudoephedrin gestrichen
- Forschung intensiviert, auch für Tests gegen Wachstumshormone

Bei der Inventur der Doping-Verbotsliste des internationalen Sports sind Coffein und Pseudoephedrin gestrichen worden. Gleichzeitig entschied das Exekutivkomitee der Welt-Anti- Doping-Agentur (WADA) in Montreal, dass das Stimulanzmittel Modafinil auf die neue, am 1. Jänner 2004 in Kraft tretende Liste der verbotenen Substanzen aufgenommen wird. Modafinil war durch die Affäre Kelli White, der Sprint-Doppelsiegerin bei den Weltmeisterschaften in Paris, ins Gerede gekommen.
Der Bann von Coffein und Pseudoephedrin, das in Medikamenten gegen Erkältungen enthalten ist, war seit vielen Jahren umstritten. "Es ist vernünftig, es zu streichen", sagte WADA-Präsident Richard Pound. Dagegen bleibt Cannabis weiterhin auf dem Index, der erstmals unter der Regie der WADA neu geordnet wurde.
Wegen Coffein-Dopings war im vergangenen Monat noch der 800-m-Läuferin Letitia Vriesde (Surinam) bei den Panamerikanischen Spielen die Goldmedaille aberkannt worden. "Wir müssen die Verbotsliste dem modernen Denken und dem neuen Wissen anpassen", sagte Arne Ljungqvist, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des Internationalen Olympischen Komitees (IOC).
Die WADA-Exekutive legte zudem die Prioritäten der künftigen Tätigkeiten fest, zu denen die Umsetzung des im März in Kopenhagen verabschiedeten Welt-Anti-Doping-Codes gehört. Bisher haben 81 Länder und 62 internationale Sportorganisationen die "Kopenhagen Erklärung" unterzeichnet. "Mit welcher Geschwindigkeit die Länder und Sportorganisationen den Code annehmen, ist beeindruckend", so Pound.
Vorantreiben will die WADA auch die Forschung. Neun wissenschaftliche Projekte sollen neue Erkenntnisse für den Anti- Doping-Kampf bringen. Schwerpunkt ist die Entwicklung wirkungsvoller Tests zur Erkennung von Blutdoping sowie der unerlaubten Einnahme von anabolen Steroiden und Wachstumshormonen. Neu in den Kreis der von WADA und IOC akkreditierten Doping-Analyselabors aufgenommen wird das Institut in Havanna.
Angesichts der schlechten Zahlungsmoral einer Reihe von Ländern, die ihre zugesagten Beiträge für die WADA nicht überwiesen haben, hat die Weltagentur Sanktionen angekündigt. So sollen künftig in Ländern, die ihren Verpflichtungen nicht nachkommen, Doping-Labors keine Zulassung mehr erhalten. Bisher haben erst 63 Prozent der Beitragzahler ihren Anteil am WADA-Etat überwiesen.
(apa/red)
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